Beginnjahr 2018 Abschlussjahr 2021

Institutionen

durchführende Institutionen übergeordnete/aktuelle Institutionen

Personen

ProjektleiterInnen MitarbeiterInnen
Ländercode Österreich Sprachcode Deutsch
Schlagwörter DeutschProfessionalisierung, Klassenführung, Fremdeinschätzung, Selbsteinschätzung
Schlagwörter Englischprofessionalization, Classroom-management, external assessment, internal assessment
Abstrakt

Klassenführung ist ein wesentlicher Bestandteil professionellen Lehrerhandelns. Klassenführung sollte deshalb bereits im Lehramtsstudium vermittelt werden, aber auch bei im Beruf stehenden Lehrkräften ein Teil der eigenen kontinuierlichen Professionalisierung sein. In beiden Fällen sollte die Professionalisierung es zum Ziel haben das eigene unterrichtliche Handeln besser zu verstehen und zu verbessern. Dies kann dadurch erreicht werden, dass Lehramtsstudierende und im Beruf stehende Lehrkräfte die Selbsteinschätzung ihrer Klassenführung mit der Fremdeinschätzung durch ihre Schülerinnen und Schülern vergleichen. Dieser Vergleich kann Handlungsbedarf aufzeigen und dazu beitragen sich als reflektierende Praktikerin/reflektierender Praktiker weiterzuentwickeln. Um in einem Professionalisierungsprozess die Perspektive der Schülerinnen und Schülern mit der Selbsteinschätzung der Lehrkraft vergleichen zu können ist es eine Bedingung, dass Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung dasselbe messen. Erst wenn dies gegeben ist, kann der Vergleich der beiden Einschätzungen aussagekräftig sein und zur persönlichen Weiterentwicklung herangezogen werden. Das hier vorgeschlagene Forschungsprojekt greift diese messtheoretische Voraussetzung auf und stellt die Frage: Können Lehramtsstudierende und im Beruf stehende Lehrkräfte die Selbsteinschätzungen der eigenen Klassenführung direkt mit den Einschätzungen durch Schülerinnen und Schülern vergleichen, oder sind Unterschiede in den Einschätzungen behaftet mit einem Bias in der Messung?

Erhebungstechniken und Auswahlverfahren

Material
Die Klassenführung wird mit dem Linzer Diagnosebogen zu Klassenführung (LDK: Lenske & Mayr, 2015) erho-ben. Der LDK liegt in einer Version zur Selbsteinschätzung und in einer Version zur Fremdeinschätzung vor. Der LDK basiert auf dem Linzer Konzept der Klassenführung (Lenske & Mayr, 2015) und ist etabliertes Erhebungs-instrument im deutschsprachigen Raum (vgl. König & Pflanzl, 2016; Mayr, 2006; Pflanzl, Krammer & Hecht, 2015). Das Linzer Konzept der Klassenführung umfasst drei Dimensionen der Klassenführung: die Unterrichtsgestaltung, die Beziehungsförderung und die Verhaltenskontrolle.

Stichprobe
Es werden im Beruf stehenden Lehrkräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, als auch Lehramtsstudierende aus Österreich an der Erhebung teilnehmen. Einerseits wird mittels des LDK von den Lehramtsstudierenden und den im Beruf stehenden Lehrkräften die eigene Klassenführung selbsteingeschätzt. Andererseits wird die Klassenführung durch die Schülerinnen und Schüler fremdeingeschätzt. Es sollen mindestens jeweils 250 im Beruf stehenden Lehrkräfte und Lehramtsstudierende und deren Klassen an der Untersuchung teilnehmen (jeweils mind. 4000 Schülerinnen und Schüler), um die statistischen Analysen zu ermöglichen.

Datenerhebung
Die Datenerhebung erfolgt über die Online-Plattform des Linzer Diagnosebogens zur Klassenführung verfügbar unter https://ldk.aau.at/. Auf dieser Online-Plattform können 1) alle Materialen abgerufen werden, 2) sind spezifische Instruktionen für Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung vorhanden und 3) bietet sie die Möglichkeit die eigenen Daten einzugeben und die Selbsteinschätzung mit der Fremdeinschätzung zu vergleich. In Abbildung 1 ist dieser Vergleich der Einschätzungen beispielhaft für ausgewählte Aspekte der Unterrichtsgestaltung dargestellt.

Abbildung 1: Beispielhafte Darstellung des Vergleichs der selbsteingeschätzten und fremdeingeschätzten Klassenführung über die Online-Plattform des Linzer Diagnosebogens zur Klassenführung verfügbar unter https://ldk.aau.at/.

Statistische Analysen
Es soll die Messinvarianz zwischen der Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung der Klassenführung mittels Multigruppen-Strukturgleichungsmodellen geprüft werden. Innerhalb der Multigruppen-Strukturgleichungsmodellen, muss jedoch berücksichtigt werden, dass die Daten eine hierarchische Struktur mit zwei Ebenen aufweisen. Auf der ersten Ebene befinden sich die Fremdeinschätzungen durch die Schülerinnen und Schüler und auf der zweiten Ebene die Selbsteinschätzung der Lehramtsstudierenden und der im Beruf stehenden Lehrkräfte. Um diese hierarchische Datenstruktur zu berücksichtigen sind daher Multilevel-Strukturgleichungsmodellen notwendig (Lüdtke, Trautwein, Schnyder & Niggli, 2007; Muthén & Satorra, 1995). Die Messinvarianz zwischen der Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung der Klassenführung wird daher in Multigruppen- und Multilevel-Strukturgleichungsmodellen geprüft. Aufbauend auf den Analysen zur Messinvarianz soll die Korrektheit der der Einschätzung der Klassenführung auf latenter Ebene innerhalb derselben Multigruppen- und Multilevel-Strukturgleichungsmodellen überprüft werden.

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