Beginnjahr 2011 Abschlussjahr 2013

Institutionen

durchführende Institutionen übergeordnete/aktuelle Institutionen finanzierende Institutionen

Personen

ProjektleiterInnen MitarbeiterInnen
Ländercode Österreich Sprachcode
Schlagwörter Deutschkooperative Lernarrangements, Wirksamkeit, subjektive Handlungstheorien, WELL-Methoden
Abstrakt

Lehrer/innenteams aus 8 Neuen Mittelschulen (Bezirke Graz und Graz Umgebung) arbeiten in einem kooperativen Setting, jeweils in einem Team zu zweit (Tandem – Konstellation) und zu viert jeweils an einem Schulstandort. Es erfolgt die Umsetzung einer Kursarchitektur nach den Sandwich-Prinzipien im Anschluss an Wahl (2006). Bei der Gestaltung der Lernumgebung gelangt aufseiten der Lehrenden als flankierende Maßnahmen bei der Implementation der Ansatz eines fünfstufigen Modells (ebenda) zur Umsetzung. Mittels unterschiedlicher Vorgehensweisen (zB.: Videomodelle, Handlungsplanung, Rollenspiele, uvm.) werden sukzessive konkrete Vorstellungen vom veränderten Handeln gewonnen und entworfen, sowie in ein Handlungsgesamt integriert und im Praxisfeld ausgeführt, was zu einer Veränderung der Subjektiven Theorie über Handeln im Kurs beim/bei der Lehrenden führt bzw. führen soll.

Innerhalb des Forschungsprojektes werden Lehrer/innen in monatlich stattfindenden Workshops in Bezug auf kooperative Lernarrangements geschult und aufgefordert, diese in hohem Ausmaß ins Unterrichtsgeschehen einzuplanen und so oft wie möglich umzusetzen. Begleitend werden Forschungstagebücher geführt, um die wahrgenommenen Lernprozesse zu dokumentieren.

Das Projekt zielt folglich darauf ab, den Unterricht nach WELL-Methoden (Methoden des wechselseitigen Lehrens und Lernens; vgl. Huber 2007) zu gestalten, neue Methoden umzusetzen und deren Effektivität in Bezug auf Lernfortschritt und soziale Integration zu erforschen. In einer Wirksamkeitsstudie soll der Einsatz kooperativer Lernarrangements im Fachbereich Deutsch untersucht werden. Im Speziellen sollen Leistungen in den Bereichen Lesen, Leseverständnis und Rechtschreibung untersucht werden.

Methode

Um die Effekte der unterschiedlichen Lernarrangements zu prüfen, wird ein Versuchs- Wartekontrollgruppendesign realisiert, das im Längsschnitt über zwei Jahre läuft. Während im ersten Jahr 8 Klassen aus 4 Schulen mit 16 Lehrerinnen und Lehrern an der Intervention teilnehmen, werden ebenso viele Schülerinnen und Schüler sowie Klassen der Wartekontrollgruppe zugeordnet. Diese erhalten die Intervention dann im darauf folgenden Jahr. Die Evaluation umfasst daher insgesamt drei Messzeitpunkte: einen vor der Intervention, einen nach Durchführung der Intervention sowie einen letzten als Follow-up am Ende des darauf folgenden Schuljahres. Die Intervention gliedert sich in eine Erprobungsphase, die das erste Halbjahr über läuft und dazu dient, dass sich die Lehrpersonen mit den Lehr-Lernmethoden vertraut machen, für deren Einsatz sie im Rahmen von regelmäßigen Fortbildungen qualifiziert werden, und diese erproben. Das zweite Halbjahr über werden die Methoden in den Klassen implementiert. Um die Effekte der Lernarrangements zu prüfen, werden die Schülerinnen und Schüler jeweils zu Beginn und am Ende des Schuljahrs untersucht. Teil dieser Testung ist die Prüfung der Lese- und Rechtschreibfähigkeiten sowie des Sozialverhaltens der Schülerinnen und Schüler. Die Lehrerinnen und Lehrer füllen ein Forschungstagebuch aus, begleitend zum Unterricht. Ein Forschungstagebuch wird während des gesamten Implementationsprozesses von den teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrern geführt.

Erhebungstechniken und Auswahlverfahren

Lehrerinnen und Lehrer:
1.  Beobachtung – Videographieren oder Fragebogen
2.  Stimulated Recall
3.  Gruppendiskussion

Schülerinnen und Schüler:

Die Hamburger-Schreibprobe HSP 1-9 (May & Malitzky 1999) ist von Mitte der 1. Klasse - 9. Klasse als Gruppentest normiert. Es werden die alphabetischen, orthographischen, morphematischen und wortübergreifenden Rechtschreibstrategien der Schülerinnen/Schüler gemessen.

Der ELFE 1-6(Lenhard & Schneider 2006) ist ein Leseverständnistest, der für die 1. – 6. Klasse als Gruppentest konzipiert ist. Er überprüft  Wort- Satz- und Textverständnis durch leises Lesen. Dabei wird auch die Lesegeschwindigkeit gemessen.

Der Fragebogen zur Erfassung der Dimensionen der Integration von Schülern FDI 4-6 (Häberlin et al. 1991) ist ein Instrument zur Selbsteinschätzung der eigenen Fähigkeiten sowie des sozialen und emotionalen Integriertseins in der Klasse.

Die Skala zur Einschätzung der sozialen Kompetenz (Buhrmester et al. 1988) besteht nach der Adaptierung und Validierung von Klicpera und Gasteiger-Klicpera (1999) mit N= 1774 aus drei Subskalen „Anderen helfen und Konflikte lösen“, „Andere kennenlernen und Einfluss nehmen können“ und „sich anvertrauen können“.

Publikationen (+ link zum OBV)
  • Gebhardt, M., Gastager, A., Kernbichler, G., & Gasteiger-Klicpera, B. (2012). Methodische Darstellung des Projekts und erste Ergebnisse. Vortrag an der ÖFEB-Tagung in Innsbruck, 24.-25. Mai 2012.
  • Gasteiger-Klicpera, B., Gebhardt, M., Gastager, A. & Kernbichler, G. (2012). Projektkonzeption und Ergebnisse der ersten Erhebungswelle im Projekt KOOP-LEA. Kooperative Lernarrangements im Fach Deutsch der Schulstufen 5 und 6. Präsentation an der AESF-Tagung des Arbeitskreises für sonderpädagogische Forschung, 6. und 7. Juli 2012, Oldenburg.
  • Gasteiger-Klicpera, B., Gebhardt, M., Gastager, A., Kernbichler, G. (2012). Wirksamkeit kooperativer Lernarrangements bezüglich sozialer Integration und Leistungen im Deutschunterricht der Neuen Mittelschule. Erste Ergebnisse des Projektes KOOP-LEA. Präsentation an der AEPF-Tagung, Bielefeld.
  • Kernbichler, Gerda (2012). Fortbildung und Begleitung von Lehrerinnen und Lehrern bei der Einführung innovativer Unterrichtsformen am Beispiel von kooperativen Lernarrangements (KOOP-LEA). Poster an der Tagung Lernen in der / für die Praxis durch Forschung, PH Oberösterreich, Linz, 9.-10.11.2012.
  • Gastager, A., Kernbichler, G., Nebel, A., Krammer, M., Gebhardt, M., Gasteiger-Klicpera, B. (2013). Wirksamkeit von Kooperativen Lernarrangements im Schulunterricht in Bezug auf Leistung und soziale Integration in heterogenen Klassen. Forschungsbericht an das bm:ukk, 30.9.2013, Teil I und Teil II.
Mit den Themen des Projekts weitersuchen