Beginnjahr 2013 Abschlussjahr 2015

Institutionen

durchführende Institutionen übergeordnete/aktuelle Institutionen finanzierende Institutionen

Personen

ProjektleiterInnen MitarbeiterInnen
Ländercode Österreich Sprachcode Deutsch
Schlagwörter DeutschKindergarten, Entwicklungsscreening, Interessensprofil, Bewegung, Transition, Grunschschule
Abstrakt

Wie neuere Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft und entwicklungspsychologischen Forschungen gezeigt haben, sind Kinder selbst aktive Gestalter ihrer Entwicklung und bestrebt, sich selbstständig mit der Umwelt auseinanderzusetzen. Dies wird auch im Bildungsrahmenplan mit der Forderung nach Schaffung einer Umgebung für ko – konstruktives Lernen ausgedrückt (2009). So wird die Entwicklung im Kindesalter durch handelnde Auseinandersetzung mit der Umwelt angestoßen, und zwar in der frühen Kindheit fast ausschließlich über den Körper und die Bewegung. Das heißt, die Motorik stößt vielfach erst die Entwicklungen in anderen Kompetenzbereichen (Sprache, sozial-emotionale Entwicklung, mathematisches Verständnis) an (Vogel/Kleindienst-Cachay, 2009).

Im Mittelpunkt der Beobachtung der Motorik im Kindesalter stehen weniger sportorientierten Fertigkeiten, sondern vielmehr die Entwicklung der koordinativen Fähigkeiten als Basis einer ganzheitlichen Entwicklung. Aus diesem Grund liegt der Fokus dieses Forschungsprojektes im Beobachten der koordinativen Fähigkeiten.

Die Identifizierung von Entwicklungsschwierigkeiten und Risiken ist an und für sich eine Aufgabe der Professionen wie Entwicklungspsychologie und Medizin. Da in der österreichischen Bildungslandschaft die Ressourcen für differentialdiagnostische Klärung nur für die Schulpsychologie gegeben sind, scheint es wichtig, den PädagogInnen im elementaren Bildungsbereich eine vertiefte Form der Pädagnostik zur Verfügung zu stellen.

Dies ist mit dem ES-Interessensprofil gegeben.

Deutlich wurde der Zusammenhang zwischen kindlichem Interesse und der individuellen Entwicklungssituation durch Validierungsuntersuchungen des ES - Interessensprofil mit Hilfe eines validen entwicklungspsychologischen Verfahrens – dem Wiener Entwicklungstests (Kastner-Koller, Deimann, 2004).

Wenn also ein Kind weder im Kindergarten noch zu Hause Interesse an der Nutzung der vorbereiteten Umgebung zeigt, könnte dies mit Hilfe eines pädagnostischen Instrumentariums erfasst werden. Somit kann diese Information zur vertieften Förderung eines Kindes oder als Entscheidungskriterium für das Hinzuziehen psychologischer oder medizinischer Diagnostik genutzt werden.

Daraus ergeben sich folgende Fragestellungen:

1) Wirksamkeit eines vertiefenden Fragebogens: Sind PädagogInnen mit Hilfe einer vertieften Pädagnostik in der Lage, mehr Entscheidungsgrundlage für folgende zwei Momente zu haben:

a) Förderung im eigenen Umfeld

b) Weiterleitung zur professionellen Differentialdiagnostik und Einleitung einer spezifischen Förderung (IZB, Physiotherapie, Logopädie, ….)

2) Wahrnehmung zum Einsatz des vertiefenden Beobachtungsbogens aus der Sicht der beteiligten LehrerInnen, KindergartenpädagogInnen und Eltern sowie die Erfassung der Auswirkung

Sind PädagogInnen im Rahmen ihrer Alltagsaufgaben in der Lage, diese diagnostische Zusatzleistung zu gewährleisten?

Erhebungstechniken und Auswahlverfahren

Erprobung des vertieften Beobachtungsbogens zum Thema „Koordinative Fähigkeiten“:

a) in der Pilotphase:

Drei Schulstandorte und 3 Kindergartenstandorte in 3 steirischen Schulbezirken durchgeführt.

Insgesamt sind im Schuljahr 2012/13 3 Klassen/ 3 Kindergartengruppen beteiligt.

3 Standorte: ~ 60 Kindergartenkinder, 3 KindergartenpädagogInnen, 3 VS-Klassen, 3 LehrerInnen, 120 Eltern

b) in der Testphase

~ 10 Kindergärten: 250 - 300 Kindergartenkinder/Eltern, 15 KindergartenpädagogInnen

~ 10 Schulen: 250 - 300 SchülerInnen/Eltern, 15 LehrerInnen

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