Beginnjahr 2018 Abschlussjahr 2020

Institutionen

durchführende Institutionen übergeordnete/aktuelle Institutionen

Personen

ProjektleiterInnen MitarbeiterInnen
Ländercode Österreich Sprachcode Deutsch
Schlagwörter DeutschHeterogenität, Schulsystem, digitale Erhebungsmethoden, sozio-emotionale Entwicklung
Schlagwörter Englischheterogenity, socio-emotional development, school system, digital survey methods
Abstrakt

Das österreichische Bildungssystem zeichnet sich auf der einen Seite durch ein hohes Ausmaß an „UNgeteiltheit“ aus, wobei der Versuch des Schaffens von Gemeinsamkeit in inklusiven Schulklassen mit einem hohen Ausmaß an Diversität vorherrscht. Auf der anderen Seite werden jedoch auch Modelle favorisiert, in Schulklassen einen hohen Grad an Homogenität und somit an Exklusivität hinsichtlich der Schülerpopulation zu etablieren. Im Rahmen des vorliegenden Projektes werden die Auswirkungen dieses geteilten Schulsystems auf die sozial-emotionale Entwicklung von Schüler/innen untersucht. Ziel ist die Erfassung der Einflussfaktoren auf die sozial-emotionale Ent-wicklung von Schüler/innen sowohl in gemeinsamen und inklusiven als auch in geteilten und exklusiven Settings.
Um die Entwicklung der Schüler/innen in geteilten und ungeteilten Schulsettings nachzuzeichnen, werden ca. 1200 steirische Sekundarstufenschüler/innen in der Neuen Mittelschule und in der Unterstufe Gymnasium im Längsschnitt über zwei Jahre begleitet. Die Datenerhebung basiert auf einem Mixed-Method Ansatz. Es kommen sowohl quantitative (Fragebogenerhebung) als auch qualitative Methoden (Experteninterviews) zum Einsatz. Die Fragebögen sollen mit Hilfe elektronischer Verfahren vorgegeben werden, die in diesem Rahmen auch validiert werden sollen.
Mit der Anwendung und Überprüfung von elektronischen Erhebungsmethoden beschreitet das intendierte Projekt auch methodisch neue Wege. Es soll untersucht werden, inwieweit moderne digitale Erhebungsmethoden in der Altersgruppe der Elf- bis Dreizehnjährigen anwendbar sind.
Die gewonnenen Daten werden mittels quantitativer (Strukturgleichungsmodelle, Pfadanalysen, Mehrebenenregression, Clusteranalysen und Varianzanalysen) und qualitativer Methoden (In-haltsanalyse) ausgewertet. Neben individuellen und sozialen Faktoren werden auch Klassenkompositionseffekte berücksichtigt.

Erhebungstechniken und Auswahlverfahren

Grundsätzliches Forschungsdesign:
Um diese Forschungsfragen zu beantworten, ist ein Mixed-Method Design geplant. Der quantitative Teil der Untersuchung besteht aus einer zweijährigen Längsschnittstudie, im Rahmen derer Daten zur Klassenstruktur, zu einer Reihe von Schülermerkmalen sowie zum sozio-ökonomischen und demographischen Hintergrund der Familien erhoben werden.
Um die Instrumente zu entwickeln und das Design zu erproben, wird zunächst eine Pilotierungs-phase durchgeführt, in der die verwendeten Instrumente evaluiert und validiert werden. Erst dann werden sie in der Haupterhebung eingesetzt. Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass die Erhebung des quantitativen Teils der Daten zu einem beträchtlichen Teil mittels Tablets durchgeführt wird. Nur ein kleiner Teil der Erhebung wird klassisch mittels Pen-Paper Befragung durchgeführt und dient zur Validierung des elektronisch gewonnenen Datenmaterials.

Das Untersuchungsdesign der Längsschnittstudie
Pilotierung:
Für die Pilotierung werden etwa 300 Schüler/innen aus 15 Schulklassen untersucht. Jeweils die Hälfte füllt die Fragebögen elektronisch aus, die andere Hälfte mittels eines Papier-Bleistift-Verfahrens. Dies ermöglicht den Vergleich der Ergebnisse der beiden Gruppen. Die Stichprobe wird folgender-maßen zusammengesetzt:
•    5 NMS-Klassen mit Integration, ca. 70 Schüler/innen ohne SPF, 20 Schüler/innen mit SPF
•    4-5 NMS-Klassen ohne Integration, ca. 80-90 Schüler/innen ohne SPF
•    4-5 Klassen Unterstufe Gymnasium, ca. 80-90 Schüler/innen ohne SPF
Die Pilotierung findet im Frühjahr 2018 statt.

Haupterhebung:
Insgesamt werden in der Haupterhebung 1200 Schüler/innen aus 72 Klassen untersucht. Diese werden im Längsschnitt über 2 Jahre begleitet, wobei die Schüler/innen an insgesamt vier Untersuchungswellen teilnehmen. Jeweils 20 Klassen pro Schultyp nehmen an elektronischen Erhebungsverfahren teil, vier Klassen mittels Papier-Bleistift Methode. Dies erlaubt eine weitere Präzisierung des Methodenvergleichs.
Die Stichprobe setzt sich im Detail folgendermaßen zusammen:
•    24 NMS-Klassen mit Integration, ca. 300 Schüler/innen ohne SPF, 100 Schüler/innen mit SPF
•    24 NMS-Klassen ohne Integration, ca. 400 Schüler/innen ohne SPF
•    24 Klassen Unterstufe Gymnasium, ca. 400 Schüler/innen ohne SPF

Untersuchungsablauf:
In Abbildung 1 ist der Untersuchungsablauf schematisch dargestellt.


 Abbildung 1: Schematische Darstellung des Untersuchungsablaufs.

Verwendete Untersuchungsinstrumente:
Der erste Teil des Fragebogens enthält Fragen zum soziodemographischen und kulturellen Hintergrund der Schüler/innen.
Im zweiten Teil wird das soziale Klassenklima mit Hilfe des LiK – Leben in der Klasse (Gasteiger-Klicpera, 2001)  erhoben. Zur Erfassung der sozialen und emotionalen Fähigkeiten der Schü-ler/innen wird auf folgende Instrumente zurückgegriffen:
-    FEPAA (Lukesch, 2006): Fragebogen zur Erfassung von Empathie, Prosozialität, Aggressionsbereitschaft, und aggressivem Verhalten.
-    FAVK (Dorten & Döpfner, 2010): Fragebogen zum aggressiven Verhalten von Kindern.
-    Fragebögen zu Aggression, Viktimisierung und prosozialem Verhalten (Gasteiger-Klicpera, 2001)
Aus diesen Instrumenten werden die relevanten Skalen entnommen, im Rahmen der Pilotierungsphase, überprüft, validiert und für die Untersuchung angepasst.
Für die Erfassung der allgemeinen kognitiven Fähigkeiten wird zum ersten Untersuchungszeitpunkt ein sprachfreier Intelligenztest (CFT 20R) vorgegeben.

Hauptkategorie(n)Bildungswesen (Themenfeld)
Soziales Umfeld (Gesellschaft, Kultur, Sprache und Religion)
Schulen und andere Bildungseinrichtungen
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