Beginnjahr 2017 Abschlussjahr 2020

Institutionen

durchführende Institutionen

Personen

ProjektleiterInnen MitarbeiterInnen
Ländercode Österreich Sprachcode Deutsch
Schlagwörter Deutschunterschiedliche Kontextfaktoren, Einflüsse auf Persönlichkeits-, Interessen- und Professionalisierungsentwicklung sowie Befinden im Lehrerberuf, Professionalisierung im Lehrberuf
Schlagwörter EnglischProfessionalism in teaching , Multiple influences on the development of the personality, of the interests, of the professionalism and condition in teaching, different context factors
Abstrakt

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen um die Lehrerbildung soll empirisches Hintergrundwissen zur Professionalisierung im Lehrerberuf erarbeitet werden. Dabei wird – im Rahmen einer schon seit 1994 laufenden Studie - systematisch analysiert werden, wie die individuellen Eingangsvoraussetzungen der Lehrpersonen, die Qualität der Aus- und Fortbildungsangebote und deren Nutzung sowie unterschiedliche Kontextmerkmale die Persönlichkeits-, Interessen- und Professionalisierung sowie das Befinden im Lehrerberuf beeinflussen und wie sie sich auf die weiteren Berufspläne auswirken bzw. ausgewirkt haben. Eine Grundannahme dabei ist, dass das Wissen und Können Fähigkeiten und Fertigkeiten sind, die erlernt werden können. Der Lernprozess beginnt dabei in theoretischen und praktischen Phasen der Ausbildung und wird durch Berufserfahrungen und der Angebotsnutzung von Fort- und Weiterbildung fortgesetzt. Den theoretischen Vorstellungen eines Angebots-Nutzungs-Modell der Lehrerbildung folgend gehen wir zudem davon aus, dass die Voraussetzungen der Lehrpersonen (wie z.B. Persönlichkeit, kognitive, metakognitive und motivationale Merkmale sowie private Lebensumstände und der Kontext) diesen Lernprozess beeinflussen. 

Im aktuell vorgesehenen Abschnitt der Studie wird die Situation von Personen im Mittelpunkt stehen, die vor rund 20 Jahren ihr Lehramtsstudium abgeschlossen haben. Es wird auf Datenmaterial zurückgegriffen, das im Zuge der vorausgegangenen Studien angefallen ist. Die bereits an dieser Studie mitwirkende, mehrfach befragte Gruppe von rund 1500 Absolvent/innen der Pädagogischen Akademien (nunmehr Pädagogische Hochschulen) aus dem Jahr 1998 wird ein weiteres Mal angeschrieben und um Beantwortung von Fragen zu ihrem Fortbildungsverhalten und zu ihren aktuellen Kompetenzerleben, Handlungsweisen, personalen Charakteristika, Befinden, berufliche Laufbahn und Zukunftsplänen befragt.

Methode

Methoden und Ablaufschritte

Wie schon im letzten Erhebungsdurchgang des Vorläuferprojekts sollen möglichst viele der ca. 1500 Absolvent/innen postalisch angeschrieben werden. Eine Teilnahme der Studie wird voraussichtlich auf zwei Wegen möglich sein: (1) paper and pencil – Rücksendung des ausgefüllten Fragebogens in Papierform oder (2) online – es ist geplant eine Website einzurichten, wo die Proband/innen zudem ihre früheren Ergebnisse einsehen können.

Folgender Ablauf ist derzeit geplant, wird aber noch mit den Kooperationspartner/innen diskutiert und dementsprechend überarbeitet (das erste Projekttreffen der Kooperationspartner/innen findet am 27. Februar 2017 in Linz statt.): 

(1) In der Vorbereitungsphase wurden bzw. werden die im Rahmen des Vorläuferprojekts anlässlich der AbsolventInnenbefragung verwendeten Erhebungsverfahren darauf gesichtet, wie weit sie auch in der neuen Befragungswelle eingesetzt werden können. Soweit erforderlich werden die Skalen adaptiert. Einige Skalen sind neu zu entwerfen (siehe unten).

 (2) Zwei Fragebögen werden erstellt: ein von allen Personen zu bearbeitender allgemeiner Fragebogen (A) und ein zusätzlicher Fragebogen für jene Personen, die nach ihrem Studium zumindest eine Zeitlang im Lehrerberuf tätig waren bzw. noch in diesem tätig sind (B).

 Der Fragebogen A wird – neben biographischen Angaben (Geschlecht, Anzahl der Dienstjahre, Zusatzstudien…) – folgende Skalen enthalten:

 

a) Lehrer-Persönlichkeits-Adjektivskalen (Brandstätter & Mayr, 1994), zur Einschätzung der eigenen Persönlichkeit hinsichtlich der Merkmale Kontaktbereitschaft, Stabilität und Selbstkontrolle

 b) Lehrer-Interessen-Skalen 

- in der Originalversion (LIS; Mayr, 1998a) zu Angaben über das Interesse an unterschiedlichen Aufgaben bzw. Tätigkeiten von LehrerInnen (Unterrichtsgestaltung, Fördern sozialer Beziehungen…)

 - in einer Variante zur Einschätzung der aktuellen Kompetenz in den angegebenen Tätigkeitsbereichen (Mayr, 1998b; 2007) 

- und in einer Variante zu Aussagen über die Rolle eventueller eigener Fortbildung bzw. Praxiserfahrung in diesen Bereichen (Mayr, 2007)

 c) Skalen zu Fortbildungsstandards Neuentwicklung

 d) Angaben zu beruflichen Karriereplänen (z.B. Anstreben einer Leitungsfunktion oder Wechsel in die Wirtschaft)

 e) Karrieren (Schulleitung, Mentor/in, ...)

 Der Fragebogen B wird enthalten:

 a) Skalen zur Qualität der Unterrichtsarbeit (z.B. zum Instruktionsverhalten; Mayr, 1998b)

 b) Skalen zu Erfolgen und Schwierigkeiten im Beruf (Mayr, 1998b; www.cct-austria.at)

 c) Skalen zur Zufriedenheit mit unterschiedlichen Aspekten des Berufs (z.B. Unterstützung durch Vorgesetzte) und zu belastenden Arbeitsumständen (z.B. Konflikte im Kollegium)

 Diese Skalen bleiben gegenüber dem vorangegangenen Befragungsdurchgang gleich.

 e) Skalen zu möglichen Motiven, im Lehrerberuf zu bleiben bzw. aus diesem auszusteigen.

 Diese Skalen werden in Anlehnung an die schon früher in der Studie verwendeten Skalen zu den Studien- und Berufswahlmotiven (Mayr, 1998b) erstellt.

(3) Die zu befragenden Personen werden durch die örtlichen ProjektmitarbeiterInnen im SS 2018 angeschrieben und gebeten, die Fragebögen (A, B) zu bearbeiten und unter Angabe eines Codes an die aussendende Person zu retournieren, oder an der Online-Befragung teilzunehmen. (Die Verwendung eines Codes ermöglicht die anonyme Zuordnung zu bisherigen Daten derselben Person.)

(4) Die Projektmitarbeiter/innen ordnen die rücklaufenden Fragebögen den Personen zu und schicken die nummerierten Fragebögen an den Projektleiter. Sie dokumentieren den Datenrücklauf und eventuelle Auffälligkeiten.

(5) Die Daten werden in das Statistikprogramm SPSS eingegeben, im Zusammenwirken mit den Projektmitarbeiter/innen kontrolliert und korrigiert und mit den aus den früheren Wellen vorliegenden Daten der betreffenden Personen zusammengefügt. Unter diesen Daten befinden sich zusätzlich zu den oben angeführten auch Daten aus dem Allgemeinen Interessen-Struktur-Test (AIST; Bergmann & Eder, 1992) und aus dem NEO-Fragebogen NEO-FFI (Borkenau & Ostendorf, 1993).

(6) Die Daten werden mittels des Programmpakets SPSS ausgewertet und im Rahmen des oben beschriebenen theoretischen Modells und unter Berücksichtigung der dann vorliegenden aktuellen Literatur interpretiert.

(7) Die Ergebnisse des beantragten Projekts werden in Form eines Projektberichtes und in Form von Beiträgen in Fachzeitschriften und/oder Sammelbänden veröffentlicht.

 

Ergebnisse

-

Erhebungstechniken und Auswahlverfahren

Die Studie im Überblick ...

Mitte der 90er-Jahre wurde an den Pädagogischen Akademien der Folder „Lehrer/in werden?“ verwendet, um Studieninteressierte bei der Entscheidung zu unterstützen, ob sie ein Lehramtsstudium beginnen sollen. Aus einer 1994 gestarteten Evaluationsstudie zu diesem Beratungsmaterial erwuchs eine über mehr als zehn Jahre an allen Akademien laufende Längsschnittstudie mit sechs Erhebungswellen: einer Befragung der Nutzer/innen des Folders (Welle A, 1994/95), Befragungen der Studienanfänger/innen (Welle B, 1995) bzw. der Studierenden am Ende des ersten und am Ende des dritten Studienjahres (Welle C, 1996; Welle D, 1998) sowie zweier Befragungen der Absolvent/innen (Welle E, 2001, Welle F, 2005). Ergänzend wurden alle Studienabbrecher/innen befragt sowie Zusatzerhebungen zu Spezialthemen an einzelnen Akademien durchgeführt.

Um das Potenzial des vorhandenen Datensatzes zu nutzen, wird die Studie nun durch eine weitere Erhebungswelle (G) – dargestellt in Abbildung 2 durch t6 – fortgesetzt werden, sodass dann insgesamt ein Zeitraum von gut 23 Jahren abgedeckt ist. Dabei sollen zum einen bewährte Erhebungsverfahren aus den Wellen B bis F weiterverwendet werden, zum anderen entsprechend der nun vorliegenden Berufserfahrung der Befragten schwerpunktmäßig die Nutzung und Wirkung der Fortbildung sowie die von ihnen inzwischen ergriffenen oder angedachten Laufbahnoptionen in den Blick genommen werden (z.B. die Übernahme einer Mentoratsfunktion oder der Wechsel in einen Beruf außerhalb des Bildungswesens).

Abbildung 2: Darstellung der Erhebungszeitpunkte im berufsbiografischen Längsschnitt (t1: Beginn des Studium; t2: Ende des 1. Studienjahres; t3: Ende des Studiums; t4: Ende des 3. Berufsjahres; t5: Ende des 7. Berufsjahres; t6: Ende des 20. Berufsjahres)

 

Beschreibung der Stichprobe

Befragt werden Personen, die im WS 1995 ein Studium zum Lehramt Volksschule, Hauptschule oder Sonderschule an den damaligen Pädagogischen Akademien (nunmehr 13 Pädagogische Hochschulen) begonnen haben.

Hauptkategorie(n)Schulen und andere Bildungseinrichtungen
Verhalten und Persönlichkeit
Wirtschaftliches Umfeld
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