Beginnjahr 2009 Abschlussjahr 2011

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durchführende Institutionen

Personen

ProjektleiterInnen
Ländercode Österreich Sprachcode Deutsch
Schlagwörter DeutschMuttersprache, Mehrfachbehinderung, Kommunikationshilfen
Abstrakt

Schwer- und mehrfach behinderte Kinder, in deren Familien eine andere Muttersprache als Deutsch gesprochen wird, sind in ihren schulischen Partizipationsmöglichkeiten gegenüber Kindern mit deutscher Muttersprache und ähnlich schweren Behinderungen meist zusätzlich benachteiligt. Sind die Kinder nicht sprechfähig, ist es für Sonder- und SprachheilpädagogInnen kaum möglich, ihr passives Verständnis der Sprachen ihrer Umgebung zu überprüfen und sie entsprechend zu fördern. Werden die Kinder in der Schule durch alternative Kommunikationshilfen technischer oder nicht technischer Art unterstützt, zeigen sich nicht selten kulturelle Barrieren, etwa durch einen anderen Zugang zu Bildsymbolen oder ein anderes Gebärdenverständnis. So kann der Fall eintreten, dass ein Kind in seinem schulischen Umfeld ein unterstützendes Kommunikationssystem erfolgreich benützt, dieses in seiner häuslichen Umgebung jedoch kaum einsetzen kann.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt existieren nur sehr wenige Studien zur Problematik bilingualer unterstützt kommunizierender Kinder, vor allem, wenn es sich dabei um Kinder mit schweren und mehrfachen Behinderungen handelt.

Das Forschungsprojekt hat zum Ziel, einerseits die Faktoren aufzuzeigen, die einer erfolgreichen kommunikativen Förderung dieser Kinder sowohl in schulischem als auch häuslichem Umfeld im Wege stehen, und andererseits nach Voraussetzungen zu suchen, damit eine effizientere Kommunikation und somit auch erhöhte Partizipation der Kinder in Schule wie auch Familie gelingen kann.
MethodeWS 2009/2010: Quantitative Erhebung an Pflichtschulen in Graz und angrenzenden Bezirken betreffend nicht sprechfähige SchülerInnen mit schweren und mehrfachen Behinderungen, in deren Familien eine andere Sprache als Deutsch gesprochen wird. SS 2010: Qualitative Forschungsinterviews mit Eltern und Lehrpersonen unter besonderen Berücksichtigung der kommunikativen Situation der Kinder in Schule und Familie. WS 2010/2011: Auswertung der Interviews und Interpretation nach hermeneutischen Richtlinien. Verfassen des Studienberichts.
ErgebnissePublikation der Projektergebnisse in einer Fachzeitschrift (z.B. mit Sprache, Fachzeitschrift für Sprachheilpädagogik) bzw. als Eigenpublikation der KPH Graz im Rahmen des Forschungsclusters „Migration – Integration – Inklusion“. Übersetzung der Studie in englische Sprache zur Präsentation während des ISAAC (International Society for Augmentative and Alternative Communication) – Kongresses, 24.-31. Juli 2010, in Barcelona, Spanien. http://www.isaac2010.org
Erhebungstechniken und AuswahlverfahrenDas Forschungsprojekt beinhaltet sowohl quantitative (zahlenmäßige Erhebung) als auch qualitative Aspekte (Forschungsinterviews, hermeneutische Interpretation).
Hauptkategorie(n)Sonderpädagogische Förderung (Themenfeld)
Lehren und Lernen (Prozesse und Methoden)
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