Beginnjahr 2011 Abschlussjahr 2016

Institutionen

durchführende Institutionen finanzierende Institutionen

Personen

ProjektleiterInnen MitarbeiterInnen
Ländercode Oberösterreich Sprachcode
Schlagwörter DeutschSchulentwicklung, Bildungsstandards, Governance, Steuerung
Schlagwörter Englischeducational standards, Governance, regulation, School development
Abstrakt

In unseren governancetheoretischen Analysen der Politiken der Schulautonomisierung und ihrer Umsetzung in Profilierungsprozessen, die wir am Beispiel österreichischer Sekundarschulen in Altrichter et al. (2011) analysiert haben, haben  wir feststellen können, dass Schulprofilierung nicht dazu geführt hat, dass die hierarchisch professionelle Doppelsteuerung ersetzt wurde. Allerdings sind die Koodinationsprinzipien „Wettbewerb“ (vgl. Zymek 2009) und „innerbetriebliche Hierarchie (vgl. Altrichter 2010b, 101f.) wichtiger geworden.

Neuere Instrumente der evidenzbasierten Steuerung (die im Koordina­tionsprinzip „Außensteuerung durch Zielvorgabe und Zielevaluation“ auftauchen müssten) spielten in den von uns untersuchten Schulen bislang – trotz der ministeriellen Propagierung von Schulprogrammen und schulischem Qualitäts­management – kaum eine Rolle, was sich aber mit der breiteren Implementation von Bildungsstandards und standardbezogenen Tests, die in den Zeiten unserer Datensammlung in ersten Anfängen steckte, ändern könnte.

Diesem Koordinationsprinzip der evidenzbasierten Steuerung durch die Implementation von Bildungsstandards und deren Testungen gehen wir in einem neuen Forschungsprojekt auf den Grund: Im Jahr 2012 werden in Österreich Bildungsstandards erstmals flächendeckend in der 8. Schulstufe, im Jahr 2013 in der 4. Schulstufe getestet (vgl. http://www.bifie.at/bildungsstandards). Seit der gesetzlichen Verankerung der Bildungsstandards im Schulunterrichtsgesetz im August 2008 haben  Lehrer/innen  „bei der Planung und Gestaltung [ihrer] Unterrichtsarbeit die Kompetenzen und die darauf bezogenen Bildungsstandards zu berücksichtigen sowie die Leistungen der Schüler in diesen Bereichen zu beobachten, zu fördern und bestmöglich zu sichern.“ (http://www.bifie.at/bildungsstandards).

Das Forschungsprojekt soll  Aufschluss über die Potenziale der Bildungsstandards zur Weiterentwicklung des Unterrichts und der Schulen geben, sowie mögliche Veränderungen  der Steuerung im Bildungswesen aufzeigen.

MethodeDas Projekt bearbeitet seine Fragestellungen nach einer Fallstudienmethode (vgl. Yin 1989). Ein „Fall" ist im Sinne der hier vorgeschlagenen Untersuchungsstrategie die einzelne Schule. Anschließend werden überlappende und widersprechende Muster in den Einzelfallstudien einer Cross Case Analyse unterzogen. Die gewonnenen Hypothesen werden governancetheoretisch interpretiert und mit den Ergebnissen der Schulprofilierungsstudien verglichen. Ergänzt wird die Fallstudienmethode durch eine Literaturanalyse.
ErgebnisseDas Projekt wurde im Herbst 2011 begonnen erste Zwischenergebnisse sind Ende des Sommersemesters zu erwarten, diese werden u.a. auf der ECER Tagung Sept 2012 präsentiert.
Erhebungstechniken und Auswahlverfahren

Fallstudien an 3 Volksschulen und 3 Sekundarschulen eines oberösterreichischen Schulbezirkes.

Kriterien für die Auswahl der Schulen:

- Schulen, die erstmals  getestet werden (keine Pilotschulen)

- möglichst unterschiedliche Schulen in Hinblick auf:  Entwicklungs- bereitschaft und Schülerpopulation (soziokultureller Merkmale und Leistungsmerkmale)

Die Auswahl der Schulen erfolgt nach einer Befragung von Expert/innen mit Feldexpertise (z.B. Schulaufsicht).

Je Fall ca. 5-10 Interviews zu je 3 Erhebungszeitpunkten: Auswahl der Interviewpartner/innen nach der Strategie des theoretical sampling
Hauptkategorie(n)Evaluation und Beratung
Politik, Gesetzgebung, Öffentliche Verwaltung
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