Beginnjahr 2012 Abschlussjahr 2014

Institutionen

durchführende Institutionen übergeordnete/aktuelle Institutionen finanzierende Institutionen

Personen

ProjektleiterInnen MitarbeiterInnen
Ländercode Österreich Sprachcode Deutsch
Schlagwörter DeutschDiversität, Organisationsentwicklung, schulartenübergreifendes Netzwerk, Kompetenzentwicklung, Gemeinschaftsentwicklung, Unterrichtsentwicklung, Interaktion und Kommunikation, Sprachenbewusstheit
Abstrakt

Das Forschungsprojekt ist als Begleitforschung zum Projekt „Lernraum Schule - Deutschlandsberg“ (bm:ukk, PHSt, LSR Stmk., 2011 – 2014) angelegt, an dem Volksschulen und Hauptschulen/Neue Mittelschulen im Bezirk Deutschlandsberg beteiligt sind. Die Besonderheit der Region besteht darin, dass die oben genannten Schulen bereits damit begonnen haben, ihre Zusammenarbeit von einem gemeinsamen Leitbild her zu planen und zu organisieren. Ein wesentlicher Aspekt dieser schulübergreifenden Ko-operation ist z.B. der Austausch zur Nahtstellenproblematik (Primarstufe – Sekundarstufe I - Sekundarstufe II).
Basis und Ausgangspunkt für das vorliegende Projekt sind die Ergebnisse (Konzepte, Strategien, Instrumente) des Bundesprojekts „net-1/ Netzwerk innovativer Schulen“ (Stockhammer 2011). Im Projekt „Lernraum Schule - Deutschlandsberg“ sollen die fokussierten Schulen als Lern- und Sprach(en)raum forschend begleitet werden. Abgezielt wird auf förderliche Rahmenbedingungen für individualisierendes (Sprachen-)Lernen mit dem Ziel, in einem steirischen Bezirk modellhaft ein schulartenübergreifendes Netzwerk von Schulen zu erstellen, die dem (Sprachen-)Lernen bewusst gestalteten Raum (Spitzer, 2002) geben.
Im Zusammenspiel von Theorie und Praxis will das Forschungsteam am jeweiligen Standort den Aufbau einer effizienten Infrastruktur für Kompetenz- und Gemeinschaftsentwicklung in starken Lerngemeinschaften (Scharmer, 2009) initiieren, und zwar mit dem Ziel, die sprachlichen Kompetenzen der Lernenden durch Aktivierung aller Beteiligten – Leitung, Lehrende, Eltern, Schüler/innen – zu erweitern. Zu diesem Zweck werden die Erfahrungen und Ergebnisse aus dem Projekt laufend via Lernplattform den Lerngemeinschaften zugänglich gemacht.
In der Begleitforschung wird auf folgende netzwerkbasierte Unterrichtsentwicklung fokussiert:
•    die an den Standorten sichtbaren relevanten Aspekte von Sprachenbewusstheit und
•    die sich durch die Öffnung des Unterrichts, die Gestaltung und Bewusstheit des gemeinsamen und individuellen Lernraums entwickelnden Veränderungsprozesse mit einem Sprachenschwerpunkt.

Die spezifischen Forschungsfragen lauten:
1. Wie kann eine gestaltete Lernumgebung den bewussten Umgang mit Sprachen fördern, entwickeln?
2. Wie verändern sich Lernumgebungen/Lernräume in Hinblick auf Sprache(n) und Kommunikation im Rahmen der Transfer/net 1-Entwicklungsbegleitung an den involvierten NMS?
3. Was leisten kartographische Methoden für die Darstellung von Entwicklungsprozessen an Schulen und konkret für die Bewusstmachung von Sprache(n)?
4. Bei wem erzeugen die Interventionen auf Ebene der Entwicklungsbegleitung besonders deutliche Veränderungen bezogen auf Sprache und Kommunikation?
5. Woran sind Veränderungen erkennbar?



Methode

Feldforschung – im Besonderen künstlerische/ästhetische Feldforschung (Blohm 1997) unter Initiierung einer forschenden Haltung bei Schüler/innen (Kämpf-Jansen, 2001). Forschendes Entdecken von Phänomenen der Lebenswelt (Feldbegegnung – Aufarbeitung – Reflexion, Präsentation und entsprechende Rückkoppelungsschleife für neue Impulse) und eine kartierende Auseinandersetzung und Dokumentation (Heil 2007) mittels der Methoden des „Mappings“ (Busse 2007). Mapping ist eine performative und interdisziplinäre Vorgangsweise in pädagogischen und didaktischen Kontexten zur Erkundung von realen Räu-men, kulturellen Prozessen in Biografien und gesamtgesellschaftlichen Zusammenhängen. Die Kartographie und Erarbeitung von Maps lassen Dokumente eines dynamischen Prozesses und Dialogs entstehen. Im Mapping vollziehen sich Handlungen als forschende Zugriffsweisen durch Verfahren der Recherche, der Spurensicherung, des Sammelns und der Dokumentation. Mapping dokumentiert Lernbewegungen als Prozesse des Suchens und der Auseinandersetzung mit diesen Prozessen. Es ist eine erprobte Methode der Wahrnehmung, Aneignung und Reflexion von Lebenswirklichkeiten. Im Sinne der Feldforschung entsteht Datenmaterial durch Nutzung audio-visueller Medien (Podcasting, Foto- und Filmdokumentation), wobei eine Beobachtung aus unterschiedlichen Perspektiven und auf unterschiedlichen Systemebenen (Ebene von Schüler/innen, Lehrenden, Leitung, Eltern, externen Beobachter/inne/n) geplant ist. Die Fokusinterviews mit Schüler/inne/n, Lehrer/inne/n, Direktor/inne/n zu relevanten Aspekten werden in regelmäßigen Abständen durchgeführt, um Entwicklungsabläufe bzw. Entwicklungsdynamiken in einer Lerngemein-schaft und Sichtweisen, konkrete Handlungen der Befragten im jeweiligen Kontext darstellen zu können. Es handelt sich um offenes Nachfragen im Hinblick auf eine bewusste Auseinandersetzung mit dem eigenen, individuellen und dem gemeinsamen Lernraum.

Erhebungstechniken und Auswahlverfahren

Durch Nutzung eines qualitativen Forschungsdesigns wird die Absicht verfolgt, in einem Lernraum die unterschiedlichen, heterogenen Elemente zu vernetzen und zu dokumentieren, um damit neue Handlungsräume bewusst und möglich zu machen.
Im Forschungsprojekt wird in Verschränkung mit Interventionen auf der Ebene von Schul- bzw. Unterrichtsentwicklung (SCHILF/SCHÜLF) versucht, beobachtbare Veränderungsprozesse in den Lernräumen zu rekonstruieren. Dazu werden die Entwicklung von Sprachbewusstheit, Dialogfähigkeit, Kommunikationsbereitschaft und -fertigkeiten gefördert. Zur Abbildung komplexer Zusammenhänge kommen qualitative Forschungsinstrumente wie Mapping, Fotodokumentation, Filme/Podcasts von Schüler/innen und Fokusinterviews zur Anwendung.

Internet (pages + downloads)
Hauptkategorie(n)Lehren und Lernen (Prozesse und Methoden)
Bildungsinhalt (Themenfeld)
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