Beginnjahr 2011 Abschlussjahr 2014

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Ländercode Sprachcode
Schlagwörter DeutschForschendes Lernen, Selbstbestimmtes Lernen, Reflexion, Neue Lernkultur, Paradigmenwechsel, Theorie Forschender Lernarrangements
Schlagwörter EnglischInquiry Learning, Self-determined Learning, Reflection, New Learning Culture, Paradigm Change, Theory of Inquiry Learning Arrangements
Abstrakt

Forschendes Lernen wurde in den letzten Jahren über diverse Konzepte, Projekte und Prototypen in die Praxis vielerorts erfolgreich eingeführt. Hinsichtlich der Typen, Merkmale und didaktischen Ausformungen zeichnen sich diese Bemühungen im gegenseitigen Vergleich zwar als sehr heterogen heraus. Durch die reflektierte Entwicklung, Implementierung und Begleitforschung solcher Initiativen wurde aber eine vertiefende Theoriebildung hinsichtlich des Forschenden Lernens, vor allem im Kontext der Lehrerinnen- und Lehrerbildung, in den vergangenen Jahren gut vorbereitet. Das Habilitationsprojekt „Forschendes Lernen im Kontext einer selbstbestimmungsorientierten Lernkultur“ stellt eine solche Form der Theoriebildung dar. Darin wird von Reitinger der Versuch unternommen – von den Urwurzeln des Inquiry Learning ausgehend (vgl. Dewey 1933), über eine Reflexion aktueller praxistauglicher Konzepte Forschenden Lernens (vgl. Haupt 2010, S. 97f; Hänze & Moegling 2004; S. 91; Demuth, Gräsel, Parchmann & Ralle 2008) bis hin zur Integration evidenzbasierter psychologischer und pädagogischer Konstrukte des aktuellen Diskurses –, den Gesamtkontext des Forschenden Lernens auf eine Reihe theorie- und forschungsbasierter Säulen zu stellen und damit auszuschärfen.
Zudem thematisiert die angesprochene Habilitationsschrift insgesamt sechs Kriterien für Forschendes Lernen (Entdeckungsinteresse, Methodenaffirmation, erfahrungsbasiertes Hypothetisieren, authentische Exploration, kritischer Diskurs, conclusiobasierter Transfer) sowie sechs Prinzipien für Forschendes Lernen. Diese Prinzipien a) Vertrauen, b) Selbstbestimmtheit, c) Sicherheit, d) Anschaulichkeit, e) Strukturierung und f) Personalisierung sollten - wie für Unterrichtsprinzipien typisch - im Rahmen der reflektierten Organisation von Forschenden Lernarrangements Berücksichtigung finden, da von einer solchen Berücksichtigung eine prozessförderliche Wirkung erwartet werden kann (vgl. Reitinger 2013).
Die Begründung der angeführten Kriterien sowie die empirische Untermauerung der aus den Prinzipien resultierenden Erwartungen erfolgt ebenfalls im Rahmen des Habilitationsprojektes (Theorie- und Evidenzbasierung der Prinzipien; vgl. Reitinger 2013).
Schließlich münden die Ausarbeitungen dieses Habilitationsprojektes in der Formulierung einer Theorie der Forschenden Lernarrangements (Theory of Inquiry Learning), welche durch die Zusammenführung der Kriterien und Prinzipien die vielschichtig-differenzierte Struktur des Forschenden Lernens in Arrangements bzw. im Unterricht mit überschaubaren, operationalisierbaren und diskursrelevanten Variablen beschreibt.

 

 

Methode

Die Habilitationsschrift „Forschendes Lernen im Kontext einer selbstbestimmungsorientier-ten Lernkultur“ umfasst – außerhalb einer monografischen Hauptpublikation – noch weitere 21 Publikationen. Insgesamt befinden sich darunter 2 Monografien, 5 Buchbeiträge in Form eines Reprints aus einer vorausgegangenen Zeitschriftenpublikation, 12 weitere Buchbeiträge, 1 Online-Publikation), 1 naturwissenschaftsdidaktischer Zeitschriftenartikel und 1 Abstract zu einer approbierten Lehrbuchserie. 5 Publikationen liefen vor der Veröffentlichung durch ein Review-Verfahren. 1 Publikation wurde von einer ministeriellen Lehrbuchkommission geprüft. Die verschiedenen Veröffentlichungen beschäftigen sich großteils mit evidenzbasierter Theorieentwicklung. Als forschungsmethodologische Paradigmen wurden hierzu primär der quantitative und sekundär der qualitative Ansatz herangezogen.

Ergebnisse

Die Zusammenführung der verschiedenen theoretischen Teilkonstrukte und etlicher Evidenzen aus unterschiedlichen Forschungsprojekten führt zu der Erkenntnis, dass die Idee eines selbstbestimmungsorientierten Lernens in forschungsorientierten Arrangements möglich und angesichts der Imperative der Neuen Lernkultur (Kompetenzorientierung, Erziehung zur Mündigkeit, Autonomiesupport, ...) zugleich vielversprechend erscheint. Das gesamte Werk kommt zu einer Conclusio, die Reitinger (2013) mit folgender Aussage zum Ausdruck bringt: "Im Vertrauen darauf, dass der Mensch dahingehend ausgestattet ist, das Denken nicht prinzipiell anderen überlassen zu wollen, und mit dem Bestreben, jeden Einzelnen auf Basis dieser Disposition professionell, reflektiert und würdevoll in seiner personalisierten Entwicklung zu unterstützen, könnte uns das soziale Paradigma vom neugierigen, selbstbestimmten und forschenden Menshen in eine vielversprechende Zukunft führen". (ebd., S. 192)

 

Dissemination:

Reitinger, J. (2013). Forschendes Lernen im Kontext einer selbstbestimmungsorientierten Lernkultur. Kumulative Habilitationsschrift. Universität Kassel.

Publikationen (+ link zum OBV)
  • Reitinger, J. (2013). Forschendes Lernen. Theorie, Evaluation und Praxis. Immenhausen bei Kassel: Prolog-Verlag.
  • Dewey, J. (1933). How we think. A restatement of the relation of reflective thinking to the educative process. Lexington: D. C. Heath & Company.
  • Hänze, M. & Moegling, K. (2004). Forschendes Lernen als selbständigkeitsorientierte Unterrichtsform: Persönliche Voraussetzungen und motivationale Wirkmechanismen. Psychologie in Erziehung und Unterricht, 2(51), S. 113-125.
  • Haupt, K.-P. (2010). Kompetenzförderung im naturwissenschaftlichen Arbeiten bei Projektarbeit und forschendem Lernen. In K. Faulstich-Christ, R. Lersch & K. Moegling (Hrsg.), Kompetenzorientierung in Theorie, Forschung und Praxis. Immenhausen bei Kassel: Prolog Verlag, S. 97-104.
  • Demuth, R., Gräsel, C., Parchmann, I. & Ralle, B. (2008). Chemie im Kontext – Von der Innovation zur nachhaltigen Vorbereitung eines Unterrichtskonzepts. Münster, New York, München und Berlin: Waxmann.
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