Beginnjahr 2013 Abschlussjahr 2016

Institutionen

durchführende Institutionen

Personen

ProjektleiterInnen
Ländercode Österreich Sprachcode Deutsch
Schlagwörter DeutschLehrerbildung, Ethos, Kompetenz
Schlagwörter Englischteacher education, teacher ethos, competence
Abstrakt

 

Professionelles pädagogisches Handeln zeichnet sich durch Entscheidungen aus, die auf der Basis von Professionswissen und einem Berufsethos gefällt werden. In der Lehrer/-innenbildung ist die Aneignung professionellen Wissens zentral, während die Entwicklung eines Berufsethos vernachlässigt wird. Die moralischen Aspekte sind in den Curricula kaum verankert. Es wird davon ausgegangen, dass sich das Ethos im Verlauf des Studiums von selbst entwickelt. Aktuelle Untersuchungen widersprechen dieser Annahme.

 

Es stellt sich die Frage, ob es möglich ist berufsmoralische Aspekte im Kontext wissensbezogener Lehrveranstaltungen zu integrieren. Es wird angenommen, dass das Lehr- und Lernmodell VaKE (Values and Knowledge Education) dazu beitragen kann. Auf der Basis sozialkonstruktivistischer Ansätze zum Lernen in der Erwachsenbildung in der Tradition des situierten Lernens von Lave und Wenger (1991), der situierten Kognition von Brown, Collins und Duguid (1989) und der Entwicklung ethischer Kompetenz nach Kohlberg (1984) erfolgt eine Modifikation von VaKE, welche den Anforderungen einer professionellen Ausbildung gerecht wird. Ausgehend von authentischen moralischen Fallgeschichten, das sind moralisch relevante herausfordernde Situationen aus der Unterrichtspraxis der Lehramtsstudierenden, werden sowohl professionelles Wissen angeeignet als auch die Entwicklung eines professionellen Ethos in Form von moralischer Urteilskompetenz gefördert. Das Ziel der Untersuchung liegt in der theoretischen und praktischen Ausdifferenzierung der Methode, sodass Erkenntnisse über förderliche Elemente als auch Schwierigkeiten und Probleme in der Durchführung gewonnen werden können.

 

Die Hypothesen lauten, dass beim Einsatz der modifizierten VaKE-Methode im Vergleich zu einer traditionellen Lehr- und Lernmethode 1) das moralische Urteil, 2) das moralische Handeln stärker gefördert und es Unterschiede in der Wahrnehmung 3) des Lernprozesses, 4) des Lernklimas und 5) des Lernergebnisses gibt.

 

Die Hypothesenprüfung erfolgt mittels eines quasi-experimentellen Untersuchungsdesigns mit Prä und Posttest und einer Kontrollgruppe. Nachträglich wird das Erleben der Studierenden erhoben. Die Teilnehmer/-innen der Untersuchung sind Lehramtsstudierende für Neue Mittelschulen der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz. Als Instrumente werden der moralische Urteilstest MUT (zur Erhebung der Urteilskompetenz), Fragebögen mit offenen Fragen (zur Erhebung der Anwendung moralischen Handlungswissens) und leitfadengestützte Interviews (zur Erhebung des subjektiven Erlebens) verwendet. Das moralische Urteil wird mit dem Moralischen-Urteils-Test erhoben. Berufsmoralisches Handeln wird über einen Fragebogen mit offenen Fragen zur Lösung von interpersonalen Konfliktsituationen gemessen.

 

 

 

 

 

Methode

Es handelt sich um eine quasi-experimentelle Feldstudie mit der Verwendung von qualitativen und quantitativen Methoden. Bei Quasi-Experimenten erfolgt keine randomisierte Zuteilung von Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu Experimental- und Kontrollgruppen, sondern vorgegebene Gruppen (konkret Seminargruppen) werden zugeordnet. Die Auswertung des MUT erfolgt hinsichtlich Mittelwertunterschieden zwischen den Untersuchungsgruppen (Varianzanalysen mit Messwiederholung). Die Auswertung der Fragebögen erfolgt auf der Grundlage einer strukturierten skalierenden Inhaltsanalyse nach Mayring. In einem ersten Schritt werden die Konfliktlösungen der Studierenden nach dem Ausmaß an Diskursivität auf einer vierstufigen Ratingskala (1 = kein Diskurs, 4 = vollständiger Diskurs) kodiert. Im Anschluss erfolgt eine Analyse von Mittelwertunterschieden zwischen den Untersuchungsgruppen (Varianzanalyse mit Messwiederholung). Die Interviews werden nach der zusammenfassenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet. Es erfolgt ein Vergleich der Häufigkeiten der Nennungen (Mann Whitney U-Test).

Erhebungstechniken und Auswahlverfahren

 

 

Publikationen (+ link zum OBV)
  • Blatt, M., & Kohlberg, L. (1975). The Effects of Classroom Moral Discussion upon Children’s Moral Judgement. Journal of Moral Education, 4, 129-161.
  • Lave, J. & Wenger, E. (1991). Situated Learning. New York: Cambridge University Press.
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