Beginnjahr 2013 Abschlussjahr 2014

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ProjektleiterInnen MitarbeiterInnen
Ländercode Oberösterreich, Österreich Sprachcode Deutsch
Schlagwörter DeutschAusbildungsabbrüche
Schlagwörter EnglischDropouts
Abstrakt

Ausbildungsabbrüche/-wechsel – insbesondere jene am Ende der 9. Schulstufe – sind jedoch häufig: Etwa ein Drittel bricht den zuerst eingeschlagenen Ausbildungsweg innerhalb der Sekundarstufe II vorzeitig ab. 5% eines Altersjahrgangs beginnen gar keine weiterführende Ausbildung auf Ebene der Sekundarstufe II. In Summe erreichen rund 15% eines Altersjahrgangs keinen Abschluss der Sekundarstufe II.

Warum wechseln so viele Jugendliche ihre Ausbildung? Wem gelingt dennoch ein erfolgreicher Sekundarstufe-II-Abschluss? Was bedeutet ein Wechsel/Abbruch für den Übergang zum Arbeitsmarkt? Wie hoch sind die Kosten „falscher“ Bildungswahl und nicht erfolgreicher Bildungslaufbahnen und wer trägt sie?

 

 

 

Methode

Literaturreview, sekundärstatische Auswertungen (Schulstatistik, Mikrozensen) sowie eigene Primärerhebung

Ergebnisse

Viele Ausbildungsabbrüche/-wechsel – vor allem jene am Ende der 9. Schulstufe – begründen sich durch die Struktur der Schnittstelle zwischen Sekundarstufe I und weiterführender Sekundarstufe II. Augenfälligster Ausdruck dafür ist die Umgehung der „polytechnischen Schule“ sowie die starke Nachfrage nach maturaführenden Schulformen (insbesondere der BHS). Die ausgeprägte (voll)berufliche Qualifizierungsstruktur der österreichischen Sekundarstufe II schlägt sich notwendigerweise in einer Vielzahl an Ausbildungswegen und -formen nieder, was mit entsprechenden Informations- und Transparenzproblemen bei der Schul-/Lehrberufswahl einhergeht. Verschärft wird dies durch eine offensichtlich nach wie vor nicht ausreichende Bildungs-/Berufsorientierung in der Sekundarstufe I (insbesondere der AHS-Unterstufe). Der hohe Anteil an Schulabbrüchen zu Beginn der Sekundarstufe II verweist aber auch auf eine offenkundig weit verbreitete didaktische Praxis/Normalität der Selektion hin (hohe Repetentenanteile sind dafür zusätzlicher Beleg).

 

Schul-/Ausbildungswahl, Bildungslaufbahn und Bildungserfolg sind stark von „Zufällen“ geprägt. Die meisten Wechsler erreichen zwar einen erfolgreichen Bildungsabschluss der Sekundarstufe II. Zumeist bedeutet Wechsel jedoch, dass von höheren (AHS, BHS) in mittlere Schulformen (BMS bzw. der Lehre) gewechselt wird. Rund 30% aller Wechsler (das sind 10% eines Altersjahrgangs) sind jedoch schlussendlich Drop-Outs.

 

Dem Großteil der Jugendlichen „gelingt“ der Arbeitsmarkteinstieg. Jugendliche mit einer erfolgreich abgeschlossenen beruflichen Qualifizierung auf der Sekundarstufe II (BMS, Lehre oder BHS) haben erwartungsgemäß die besten Chancen. Schwierig ist es dagegen oftmals für Jugendliche ohne einen Sekundarstufe-II-Abschluss. Diese setzen sich überproportional aus Jugendlichen mit Migrationshintergrund sowie Kindern von Eltern, die lediglich über einen Pflichtschulabschluss verfügen, zusammen.

 

 

Erhebungstechniken und Auswahlverfahren

Befragung oberösterreichischer Jugendlicher, die im Schuljahr 2006/07 ihre Schulpflicht beendet haben. Es handelte sich dabei um den Geburtsjahrgang 1991/92. Angeschrieben wurde alle Jugendliche dieses Altersjahrgangs. Knapp 800 Personen konnten aufgrund Umzug, Wegzug, Ablebens etc. nicht erreicht werden (erkennbar am postalischen Rücklauf). Somit konnten lediglich 4,4% der Alters­gruppe postalisch nicht erreicht werden. Die schlussendliche Bruttostichprobe umfasste somit 17.200 Personen.

An der Befragung haben schlussendlich 1.879 Personen (= Nettostichprobe) teilgenommen. Bezogen auf die Bruttostichprobe beträgt die Teilnahmequote 10,9%.

 

Publikationen (+ link zum OBV)
  • Schmid Kurt / Dornmayr Helmut / Gruber Benjamin: „Schul- und Ausbildungsabbrüche in der Sekundarstufe II in Oberösterreich“. AMS-Forschungsbericht sowie ibw-Forschungsbericht Nr. 179, Wien 2014 Schmid Kurt / Dornmayr Helmut / Gruber Benjamin: „Schul- und Ausbildungsabbrüche in der Sekundarstufe II in Oberösterreich“. ibw research brief Nr. 85, Wien 2014 (Engl. Version: School and training dropouts at the upper secondary level in Upper Austria) Schmid Kurt: „Ursachen für Ausbildungswechsel/-abbrüche in der Sekundarstufe II“. in: Stock Michaela / Schlögl, Peter / Schmid, Kurt / Moser, Daniela (Hrsg): Kompetent – wofür? Life Skills – Beruflichkeit – Persönlichkeitsbildung. Beiträge zur Beurfsbildungsforschung. Tagungsband zur 4. Österreichischen Konferenz für Berufsbildungsforschung am 3.%4. Juli 2015 in Steyr, StudienVerlag.
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