Beginnjahr 2017 Abschlussjahr 2020

Institutionen

durchführende Institutionen übergeordnete/aktuelle Institutionen finanzierende Institutionen

Personen

ProjektleiterInnen MitarbeiterInnen
Ländercode Österreich Sprachcode Deutsch
Schlagwörter DeutschWissenschaftsgeschichte, Medizingeschichte, Medizinische Universität, Netzwerkforschung, Gebärhaus, Medical Humanities
Schlagwörter Englischmaternity hospitals, network history, medical humanities, medical history, medical schools
Abstrakt

Das vorliegende Forschungsvorhaben analysiert am Fallbeispiel des streitbaren Gynäkologen und Geburtshelfers Ludwig Kleinwächter, dessen Karriereweg ihn von Prag über Innsbruck schließlich nach Czernowitz, in den östlichsten Teil der Habsburgermonarchie, führte, medizin- und wissenschaftsgeschichtliche Fragestellungen rund um die Produktion, den Transfer und die Rezeption von medizinischem Wissen im Fach der Geburtshilfe und Gynäkologie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Vor dem Hintergrund von Ludwik Flecks Theorie der Denkstile und Denkkollektive, stehen drei zentrale Fragestellungen zur Diskussion: Ein erster Fokus liegt auf der fachlichen bzw. thematischen Ausrichtung der evidenzbasierten Forschungsarbeiten und theoretisch-kumulativen Abhandlungen, andererseits auf den von Kleinwächter gewählten Publikationsformen. Ziel ist es, einen Überblick hinsichtlich der quantitativen Fülle und qualitativen Schwerpunktsetzung seiner Arbeiten zu erlangen. In einem zweiten Schritt werden anhand systematischer Zitationsanalysen und den Methoden der historischen Netzwerkforschung die theoretischen Wissensbestände, die Kleinwächter bei seinen Forschungen nutzte, systematisch rekonstruiert. Auf einer praxeologischen Ebene werden darüber hinaus die präsentierten Fallgeschichten aus seiner praktischen ärztlichen Tätigkeit analysiert. Einerseits können so die zugrunde liegenden Denkstile und Denkkollektive innerhalb des Faches zu identifiziert, andererseits ein Einblick in die praktischen Forschungszugänge des Mediziners gewährleistet werden. Abschließend befasst sich die Studie auch mit den Publikationsräumen des Mediziners. Im Fokus stehen hier die Publikationsmedien und Wissenschaftsverlage bei denen Kleinwächter seine Arbeiten platzieren konnte. Analysen zur Rezeption seiner Arbeiten durch die scientific community runden diese Fragestellung ab und sollen eine Einschätzung über das wissenschaftliche Renommee sowie die Integration des Wissenschaftlers in die Fachzirkel möglich machen.

Die mehr als 150 wissenschaftlichen Arbeiten Kleinwächters bilden den Ausgangspunkt sowie den zentralen Quellenkorpus für die Untersuchung. Obwohl ein geordneter Nachlass nicht überliefert ist, haben sich nichtsdestotrotz zahlreiche Autographen Kleinwächters, aber auch kontextualisierende Quellen in verschiedenen in- und ausländischen Archiven erhalten. Diese werden mit den quantitativen Methoden der historischen Netzwerkforschung bearbeitet und durch einen qualitativen, diskursiven Zugriff ergänzt, um eine möglichst „dichte Beschreibung“ dieser medizin- und wissenschaftsgeschichtlichen Thematik zu ermöglichen

Publikationen (+ link zum OBV)
  • Hilber Marina, Institutionalisierte Geburt. Eine Mikrogeschichte des Gebärhauses, Bielefeld 2012.
    Link zum Bibliotheken Verbund
  • Hilber Marina, Weibliche Beschwerdeführung in der Causa Kleinwächter – ein Beitrag zur Patientinnengeschichte des Innsbrucker Gebärhauses, in: Historia Hospitalium. Jahrbuch der Deutschen Gesellschaft für Krankenhausgeschichte 29 (2016), 68-96.
    Link zum Bibliotheken Verbund
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