Beginnjahr 2013 Abschlussjahr 2015

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Ländercode Sprachcode
Schlagwörter DeutschLehrerInnenbildung, Begabungsförderung, Professionalisierung
Schlagwörter Englischteacher education, talent promotion, professionalization
Abstrakt
Begabungsförderung ist ein zentrales Thema in der PädagogInnenbildung neu. Im Rahmen des Professionalisierungsprozesses sollen angehende LehrerInnen auf die Vielfalt der Menschen und ihre unterschiedlichen Lernmöglichkeiten vorbereitet werden. Professionelle Lernbegleitung bedarf deshalb eines Perpektivenwechsels auf die Passung der Schule an die Kinder - und nicht umgekehrt.  Dies bedarf jedoch einer methodischen und systematischen Reflexion über Bedingungen und Grenzen begabungsfördernder Lernumwelten in der (Grund)Schule im Rahmen von Bildung und Erziehung. Die Qualität der Lehrerbildung könnte damit entscheidenden Einfluss auf den öffentlichen Wertediskurs - durch die Vernetzung von Studierenden, Lehrenden der Universität und der Schulen, Ministerien, Schuladministration und Öffentlichkeit - über alle Schularten hinweg gewinnen.
Der Fokus dieser Arbeit nimmt einen Aspekt auf, der in der Professionsforschung bislang völlig unterrepräsentiert ist, nämlich die Frage der pädagogischen Begabungsförderung im Sinne eines prinzipiellen pädagogischen Anspruchs für Lehren und Lernen sowie die dafür notwendigen Haltungen und Einstellungen von Lehrkräften. Obwohl zahlreiche anerkannte und aktuelle Unterrichtsmodelle auf die verschiedenen Ansätze der  Begabungsförderung Bezug nehmen (vgl Fischer 2003, Stadelmann 2005, Schenz 2012), scheint diese Erkenntnis auf Professionsebene für pädagogisches Handeln kaum Niederschlag zu finden. Ein Grund kann darin liegen, dass der Zusammenhang zwischen professioneller Haltung und pädagogischer Begabungsförderung bislang zu wenig empirisch erforscht wurde.
Mithilfe einer quantitativen Studie soll ein aktuelles Bild der Begabungslandschaft an Österreichs Pädagogischen Hochschulen gezeichnet und der Zusammenhang zwischen begabungsfördernden Kompetenzen für professionelles pädagogisches Handeln unter der Maßgabe von normativen Maximen beruflichen Handelns aufgezeigt werden.

Begabungsförderung ist ein zentrales Thema in der Pädagog/innenbildung neu. Im Rahmen des Professionalisierungsprozesses sollen angehende Lehrer/innen auf die Vielfalt der Menschen und ihre unterschiedlichen Lernmöglichkeiten vorbereitet werden. Professionelle Lernbegleitung bedarf deshalb eines Perpektivenwechsels auf die Passung der Schule an die Kinder - und nicht umgekehrt.  Dies bedarf jedoch einer methodischen und systematischen Reflexion über Bedingungen und Grenzen begabungsfördernder Lernumwelten in der (Grund)Schule im Rahmen von Bildung und Erziehung. Die Qualität der Lehrer/innenbildung könnte damit entscheidenden Einfluss auf den öffentlichen Wertediskurs - durch die Vernetzung von Studierenden, Lehrenden der Universität und der Schulen, Ministerien, Schuladministration und Öffentlichkeit - über alle Schularten hinweg gewinnen. Der Fokus dieser Arbeit nimmt einen Aspekt auf, der in der Professionsforschung bislang völlig unterrepräsentiert ist, nämlich die Frage der pädagogischen Begabungsförderung im Sinne eines prinzipiellen pädagogischen Anspruchs für Lehren und Lernen sowie die dafür notwendigen Haltungen und Einstellungen von Lehrkräften. Obwohl zahlreiche anerkannte und aktuelle Unterrichtsmodelle auf die verschiedenen Ansätze der  Begabungsförderung Bezug nehmen (vgl Fischer 2008, Schenz 2012), scheint diese Erkenntnis auf Professionsebene für pädagogisches Handeln kaum Niederschlag zu finden. Ein Grund kann darin liegen, dass der Zusammenhang zwischen professioneller Haltung und pädagogischer Begabungsförderung bislang zu wenig empirisch erforscht wurde. Mithilfe einer quantitativen Studie soll ein aktuelles Bild der Begabungslandschaft an Österreichs Pädagogischen Hochschulen gezeichnet und der Zusammenhang zwischen begabungsfördernden Kompetenzen für professionelles pädagogisches Handeln unter der Maßgabe von normativen Maximen beruflichen Handelns aufgezeigt werden.

Methode

Anhand vorliegender Instrumente zur Evaluierung des eigenen Unterrichts im Bereich der Pflichtschulen (Steenbuck/Quitmann/Esser, 2011; Helmke, 2012; Jerusalem/Drössler/ Kleine/Klein-Heßling/Mittag/Röder, 2009; Scardamaglia/Bereiter, 2002) wurde ein 53 Items umfassender quantitativer Fragebogen entwickelt und einem Pretest unterzogen (N=166). Im Anschluss an die erfolgreiche Reliabilitätsprüfung (vgl. Bortz / Döring 2006, S. 355) wurde dieser zur Hauptuntersuchung herangezogen und die Lehrenden aller österreichischen Pädagogischen Hochschulen zur Teilnahme an der Online-Befragung eingeladen (N=553). Die Rücklaufquote von nur 50,45 %, ließ die Stichprobe auf N = 279 schrumpfen. Die anschließende statistische Auswertung erfolgte mittels SPSS 22.

Grundlegende Forschungsfragen dazu waren:  Wie und in welchem Ausmaß wird im Rahmen der Lehrer/innenbildung an den Pädagogischen Hochschulen begabungsfördernder Unterricht umgesetzt? Ist das Thema Begabungsförderung Inhalt von Lehrveranstaltungen? Welche methodische Vielfalt kommt zur Anwendung? Werden Differenzierung und Individualisierung umgesetzt? Gibt es Tendenzen in Richtung Selbstbestimmtes oder gar autonomes Lernen? Über welche begabungsfördernden Kompetenzen verfügen Hochschullehrpersonen? Wie stehen sie zum Thema Begabungsförderung? Gibt es Unterschiede der einzelnen Domänen (Humanwissenschaften, Fachdidaktiken,...)? Wie steht es um die Selbstwirksamkeitserwartung und Motivation der Lehrenden? Erfüllen die Pädagogischen Hochschulen Österreichs die Kriterien einer begabungsfördernden Institution?

Diese Forschungsfragen wurden anhand von Hypothesen überprüft, die sich auf die Themenfelder: Begabungsfördernder Unterricht, Begabungsfördernde Lehrperson und Begabungsfördernde Institution bezogen. Untersucht wurden auch eventuelle domänenspezifische Unterschiede eines Begabungsfördernden Grundverständnisses der Lehrenden an Pädagogischen Hochschulen.

 

Ergebnisse

Zur Darstellung des begabungsfördernden Charakters des Unterrichts von Lehrpersonen an Pädagogischen Hochschulen in Österreich wurde ein Instrument konzipiert, dem mehrere validierte Verfahren zugrunde liegen. Dieses Verfahren wurde nach den Gütekriterien der klassischen Testtheorie überprüft und erreichte in allen Bereichen durchwegs befriedigende Ergebnisse.

Da bei der Hypothesenerstellung von einer schiefen Verteilung (kein begabungsfördernder Unterricht an Pädagogischen Hochschulen) ausgegangen wurde, galt es zu überprüfen, ob es sich bei den erhobenen Daten, die auf der subjektiven Selbsteinschätzung der Lehrenden beruhen, um normalverteilte handelt. Die mittels Normalverteilungstest nach Kolmogorov-Smirnov bzw. Chi-Quadrattest durchgeführte Analyse ergab bei allen Variablen eine Signifikanz auf dem 5%-Niveau. Damit kann also nicht von einer Normalverteilung der Daten ausgegangen werden. Bei den demografischen Daten handelt es sich mit Ausnahme des Alters der befragten Personengruppe um eine rechtsschiefe Verteilung der Daten, die mit Werten deutlich unter 1 aber als moderat zu bezeichnen ist (Miles & Shevlin 2001, S. 74). Die vorliegende Abweichung von der Normalverteilung gilt demnach noch als akzeptabel.  

Bemerkenswert ist im Vergleich dazu die Verteilung des Alters der Testpersonen, die mit einem Wert von -0,493 linksschief ist. Von den insgesamt 279 ausgewerteten Fragebögen liegen 120 Personen im Bereich zwischen 50 und 59 Jahren. 43% der befragten Hochschullehrpersonen befinden sich demnach in den letzten Jahren ihrer voraussichtlichen aktiven Berufstätigkeit, was für die Auswertung der begabungsfördernden Elemente des Unterrichts durchaus interessant erscheint.

Die einzelnen Hypothesen wurden je nach Hypothesenart mit unterschiedlichen Verfahren überprüft. Unterschiedshypothesen wurden mittels t-Test (reagiert auch bei nicht normal verteilten Daten noch robust - vgl. Bortz 1999, S. 139)  bzw. einfaktorieller Varianzanalyse (ANOVA) auf Signifikanz untersucht. Mittels des Korrelationskoeffizienten nach Pearson wurden die Zusammenhangshypothesen überprüft.

 

Erhebungstechniken und Auswahlverfahren

Aus den in der Arbeit angeführten Begabungskonzepten wurden in einem ersten Schritt Subskalen abgeleitet, anhand derer sich ein begabungsfördernder Unterricht festmachen lässt. In einem weiteren Schritt wurden aus diesen Begriffen konkrete Indikatoren bzw. Subskalen gebildet, die die Grundlage für die Items des späteren Erhebungsinstruments bildeten.

Für den Bereich des begabungsfördernden Unterrichts wurden letztlich folgende Subskalen verwendet: Differenzierung, Individualisierung, Selbstbestimmung/ Autonomie und Motivation. Ergänzt durch die beiden Skalen „Begabungsfördernde Lehrperson“ und „Begabungsfördernde Institution“ ergeben sich insgesamt 6 Kategorien einer „Begabungsfördernden Lernumgebung“, denen in einem nächsten Schritt einzelne Items zugeordnet wurden.

 

 

Publikationen (+ link zum OBV)
  • Müller, Martina (2016): Begabungsförderung in der Lehrer/innenbildung - Voraussetzungen und Rahmenbedingungen. Wien: LIT-Verlag.
Hauptkategorie(n)Lehren und Lernen (Prozesse und Methoden)
Verhalten und Persönlichkeit
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