Beginnjahr 2011 Abschlussjahr 2012

Institutionen

durchführende Institutionen finanzierende Institutionen

Personen

ProjektleiterInnen MitarbeiterInnen
Ländercode Österreich, Wien Sprachcode Deutsch
Schlagwörter DeutschMigration, Jugendliche, Bildung, Kompensation, Resilienz
Schlagwörter EnglischMigration, educational achievement, compensation, resilience, youth
Abstrakt

Zentrale Zielsetzung der Pilotstudie ist die Identifikation und Konzeption von Erfolg versprechenden Handlungsstrategien (aus Perspektive der Prävention und schulischer Intervention sowie im Sinne kompensatorische Maßnahmen), die den Bildungsaufstieg und eine langfristige Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Migrationshintergrund fördern. Die Untersuchung konzentriert sich auf die Altersgruppe der 14- bis 21-Jährigen, also auf Jugendliche am Übergang zur weiterführenden Ausbildung bzw. in den Arbeitsmarkt. Kern bildet eine Untersuchung von Resilienzfaktoren, jene Faktoren, die trotz nachteiliger Umstände (wie beispielsweise geringe Bildung der Eltern) die Fähigkeit einer Person beeinflussen, Krisen durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen zu meistern und als Anlass für Entwicklungen zu nutzen.

Methode

Internationaleer Literaturreview. Entsprechend dem explorativen Charakter der Studie wurden qualitative Methoden eingesetzt. Neun leitfadengestützte Interviews mit Praktikern/ Praktikerinnen und Experten/Expertinnen aus der Schul-, Jugend und Elternarbeit dienten dazu, einen Überblick zu Themenfeldern und Problemlagen zu gewinnen. Die Auswahl der Interviewpartner/innen erfolgte einerseits institutionenbezogen und deckt wesentliche institutionelle Akteure in den genannten Bereichen ab, andererseits wurden auch Empfehlungen der Experten/Expertinnen berücksichtigt. Des Weiteren wurden insgesamt sechs Fokusgespräche mit je 5 – 12 Jugendlichen durchgeführt und fünf davon ausgewertet.

Ergebnisse

Als Hauptergebniise zeigen sich skizzenartig: Migrantische Jugendlichen und deren Eltern haben ein großes Interesse an Bildungsaufstieg, aber wenig Wissen um Funktionen und Ansprüche des Bildungssystems Erklärungsorientierter Erziehungsstil förderlich für Bildungsaufstieg Traditionelle Geschlechtsrollenbilder erschweren Bildungserfolg Schulschwänzen als „Einstieg in den Bildungsausstieg“ Hohe Identifikation mit Österreich und optimistischer Zukunftsblick Der Studie sind auch Vorschläge zu kompensatorischen Maßnahmen zu entnehmen. Schlagwortartig handelt es sich dabei um: Peer-Mentoring Erleichterung des Wiedereinstiegs in abgebrochene Bildungsverläufe Modularisierung der Ausbildungsangebote Anerkennung von Qualifikationen Gendersensible Vernetzung mit Migranten/-innenorganisationen Unterstützung bei der Entwicklung eigener Lebensentwürfe Mehrsprachigkeit und Aufwachsen mit kultureller Vielfalt zur Kompetenz entwickeln Produktiver Umgang mit deviantem Verhalten

Erhebungstechniken und Auswahlverfahren

Experten-Interviews, Fokusgruppen mit Jugendlichen

Insgesamt nahmen 34 Jugendliche zwischen 14 und 22 an den Gesprächen teil. Es wurde jeweils eine Gesprächsgruppe mit erfolgrei-chen jungen Frauen bzw. erfolgreichen jungen Männern sowie eine Gesprächsgruppe mit weniger erfolgreichen jungen Frauen organisiert. Eine weitere Gesprächsgruppe weniger erfolgreicher Jugendlicher sowie eine Gesprächsgruppe mit Jugendlichen aus einem Caritas- Projekt (mit dem Ziel der Förderung junger Menschen) bestanden aus jungen Männern und Frauen. Die Gesprächsgruppen mit den erfolgreichen und den weniger erfolgreichen jungen Frauen wurden von einer Moderatorin moderiert.

Publikationen (+ link zum OBV)
  • Perchinig Bernhard, Schmid Kurt: Hebel zu einer kompensatorischen Bildung. Pilotstudie, ibw-Forschungsbericht Nr. 173, Wien 2012
  • Perchinig Bernhard, Schmid Kurt: Hebel zu einer kompensatorischen Bildung. Pilotstudie, ibw-research brief Nr. 79
  • Perchinig Bernhard, Schmid Kurt: Levers for Compensatory Education. Pilot Study, ibw-research brief Nr. 79
Attachments
Mit den Themen des Projekts weitersuchen