Beginnjahr 2011 Abschlussjahr 2012

Institutionen

durchführende Institutionen übergeordnete/aktuelle Institutionen

Personen

ProjektleiterInnen MitarbeiterInnen
Ländercode Sprachcode
Schlagwörter DeutschForschungsschwerpunkt Lernen, Bildung, Wissen: Lernwelten und lebenslanges Lernen
AbstraktDer ländliche Raum der Steiermark war und ist in den letzten Jahrzehnten bis heute beständig demographischen und ökonomischen Umwälzungen unterworfen. Zu den größten Herausforderungen, mit denen die ländlichen Regionen zu kämpfen haben, gehören heute die Abwanderung junger Leute in die urbanen Ballungszentren und die damit verbundene Alterung der ländlichen Gesellschaft. Damit einhergehend kommt es zur Abwanderung gebildeter Personen, eine Tendenz, die im aktuellen Diskurs häufig als „Brain Drain“ bezeichnet wird, womit in den ländlichen Gebieten ein vergleichsweise niedriges Bildungsniveau verbunden ist. Verschärfend wirkt hier der Faktor, dass ländliche Gebiete, wie auch die OECD aufzeigt, ein niedriges öffentliches Dienstleistungsangebot aufweisen, Versorgung mit unterstützenden Institutionen beispielsweise im Bildungsbereich daher häufig nicht ausreichend gegeben ist. Die aufgezeigten Faktoren können mittelfristig zu einer Segregation der steirischen Bevölkerung führen, in der die vernachlässigten ländlichen Gebiete vor allem der Obersteiermark im Vergleich zu den Bezirken Graz und Graz-Umgebung sozioökonomisch stark benachteiligt sind. Derartige gesellschaftliche Ungleichheit, die auf die Wurzeln ungleiche Bildung, ungleiches Einkommen und ungleiches Berufsprestige zurückzuführen ist, hat auf alle Lebensbereiche wie Gesundheit oder Zugang zu Arbeit Auswirkungen. Im gesellschaftlichen Diskurs wird, sobald diese Thematik ins Blickfeld rückt, nach dem Konzept des Life-Long-Learning gerufen, das faktisch als Allheilmittel gegen Ungleichheitstendenz wirken soll. Punktuell werden politische oder gemeinnützige Initiativen in Leben gerufen, denen allerdings eine theoretische Fundierung sowie der gesamtregionale Einbettung fehlen. Dieser Umstand soll durch eine fundierte Erhebung der empirischen Realität der Bildungsbeteiligung und der regionalen Versorgung in der Steiermark beseitigt werden. Zu diesem Zweck sollen der Mikrozensus 2003 zum Lebenslangen Lernen und der „Adult Education Survey“ 2007 die beide durch die Statistik Austria erhoben wurden, einer gezielten Analyse in Hinblick auf die verschiedenen Dimensionen von Weiterbildungsprozessen in ihrer räumlichen Differenzierung unterzogen werden. Die hier angestrebte umfassende Datengrundlage über die Situation der Weiterbildung/Erwachsenenbildung in den steirischen Regionen soll als Basis zur Entwicklung von Steuerungs- und Handlungsinstrumenten für die steirische Erwachsenenbildung dienen. Damit im Zusammenhang trägt diese Studie darüber hinaus auch dazu bei, Kriterien für eine Grundversorgung Erwachsenenbildung zu definieren.
Hauptkategorie(n)Bildungswesen (Themenfeld)
Soziales Umfeld (Gesellschaft, Kultur, Sprache und Religion)
Information, Kommunikation, Statistik
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