Beginnjahr 2000 Abschlussjahr 2002

Institutionen

durchführende Institutionen übergeordnete/aktuelle Institutionen

Personen

ProjektleiterInnen MitarbeiterInnen
Ländercode Österreich Sprachcode Deutsch
AbstraktAuf Grund seiner Geschichte, der geographischen Lage zu den Ländern Ost-, Mittel- und Südosteuropas sowie der während der österreichischen EU-Präsidentschaft entfalteten Initiativen einerseits und der Erwartung zahlreicher Partnerländer einer besonderen Unterstützung ihrer EU-Beitrittsverhandlungen durch Österreich andererseits bestehen seitens ost-, mittel- und südosteuropäischer Länder konkrete Vorstellungen im Hinblick auf eine sprachenpolitische Kooperation mit der Europäischen Union insbesondere mit der Unterstützung Österreichs. Diese Vorstellungen erklären sich v.a. aus der gemeinsamen historischen Tradition, die Österreich über Jahrzehnte der politischen Trennung hinweg mit den ost-, mittel- und südosteuropäischer Ländern verbindet. In dieser Tradition wurde die Koexistenz mehrerer Kulturen und Sprachen in einem Staatsterritorium als Alltagspraxis erlebt, der ab 1867 eine verfassungmäßige Grundlage im Rahmen des sprachlich fundierten Nationalitätenrechts der Monarchie eingeräumt wurde. Im Rekurs auf dieses Modell der zum Teil konfliktreich gelebten und öffentlich administrierten Vielsprachigkeit in Altösterreich kann zum einen an die Wissensbasen des historisch gelebten Multikulturalismus angeknüpft werden, zumal diese in der Wissenstradierung unserer Nachbarländer noch unterschiedlich gut repräsentiert sind; zum anderen liefert das Nationalitätenmodell verwertbare Denkansätze bezüglich der praktischen Entwicklung und Förderung von Zwei- und Mehrsprachigkeit, die vor allem im Hinblick auf die Förderung der kulturellen und sprachlichen Vielfalt im Unionskontext nicht an Aktualität eingebüßt haben.Eine Reihe von ost-, mittel- und südeuropäischen Ländern verfügen zudem über eine lange Tradition der Vielsprachigkeit (z.B. Sprachenangebote im Hochschulbereich für Nichtphilologen, bilinguale Bildungseinrichtungen), die auch für Entwicklungen innerhalb der EU fruchtbar zu machen sind. Umgekehrt bedürfen insbesondere südosteuropäische Länder derzeit gezielter Unterstützung beim Wiederaufbau ihres Bildungswesens, wobei Sprachen eine wichtige Rolle spielen. Im Zuge der anstehenden Erweiterung der Union werden eine Reihe von bisher in der EU als Minderheitensprachen definierte Idiome zukünftig den Status von offiziellen Arbeitssprachen der EU erhalten, was eine Reihe von Implikationen vor allem sprachenrechtlicher Natur nach sich ziehen wird. Dies trifft auf alle Minderheiten zu, deren Sprachen im angrenzenden Nachbarstaat Staatssprachen sind wie z.B. Slowenisch, Ungarisch, etc.. Damit ergeben sich sprachpolitische Konsequenzen insbesonders für die Schulsprachenpolitik.
Methode6 Expertenstudien auf der Basis von Interviews und Dokumentenanalysen sowie Durchführung einer internationalen Expertenkonferenz.
ErgebnisseProjekt und Konferenz abgeschlossen, Publikation der Ergebnisse in Arbeit.
Erhebungstechniken und AuswahlverfahrenDas Projekt leistet einen Beitrag zur Förderung der Mehrsprachigkeit, indem es die Nachbar- und Minderheitensprachen öffentlichkeitswirksam (Fachkonferenz) als lebendigen Bestandteil des mitteleuropäischen Lebensraumes in Erinnerung ruft und bestehende Modelle ihrer Einbeziehung in das Bildungswesen präsentiert. Das Projekt leistet einen Beitrag zur Förderung der Mehrsprachigkeit, indem es die Nachbar- und Minderheitensprachen öffentlichkeitswirksam (Fachkonferenz) als lebendigen Bestandteil des mitteleuropäischen Lebensraumes in Erinnerung ruft und bestehende Modelle ihrer Einbeziehung in das Bildungswesen präsentiert.
Hauptkategorie(n)Bildungstheorie (Themenfeld)
Geographische Einheiten
Mit den Themen des Projekts weitersuchen