Beginnjahr 2012 Abschlussjahr 2014

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ProjektleiterInnen
Ländercode Niederösterreich Sprachcode Deutsch
Schlagwörter DeutschSchhulleitung, Innovation, Volksschule
Schlagwörter Englischheadmasters, headmistresses, innovation, primary schools
Abstrakt

Die hier vorliegende Studie hat zum Ziel, feststellbare Auswirkungen von Schulleitungen auf schulische Innovationsbereiche darzulegen und zu evaluieren.

Ein empirisches Beispiel für die Exploration des Zusammenhanges zwischen Schulleitungsmerkmalen und Schulqualitätsmerkmalen bietet die Forschungsarbeit von Bonsen/Gathen und Pfeiffer, in der „gute“ und „verbesserungswürdige“ Schulen identifiziert wurden um durch eine auf die Schulleitung fokussierte Datenerhebung der Frage nachzugehen, ob sich tatsächlich Unterschiede zwischen Schulleitungen an guten Schulen einerseits und an weniger guten Schulen andererseits nachweisen lassen. Diese im deutschsprachigen Raum vermutlich erste systematische Studie zur Wirksamkeit von Schulleitung steht mit ihrem Forschungsansatz in der Tradition der Schulqualitätsstudien und zieht Merkmale guter und effektiver Schulen als Kriterium für die differenzielle Betrachtung von Schulleitungshandeln heran (vgl. Bonsen, M./v. d. Gathen, J. und Pfeiffer, H.: Wie wirkt Schulleitung? Schulleitungshandeln als Faktor für Schulqualität. In: Rolff, H. G./ Holtappels, H. G./Klemm, K./Pfeiffer, H./Schulz-Zander, R. (Hrsg.): Jahrbuch der Schulentwicklung, Band 12, S. 287-322. Weinheim/München, 2002).

Ausgangspunkt der empirischen Analysen ist die in der Fachliteratur unwidersprochene These, dass hinter einer erfolgreichen Schule immer auch eine fähige Schulleitung steht und umgekehrt Entwicklungsdefizite häufig mit Leitungsdefiziten zusammenhängen (vgl. Rosenbusch, H. S./Schlemmer, E.: Die Rolle der Schulaufsicht bei der pädagogischen Entwicklung von Einzelschulen. In: Schul-Management 28, H. 6, S. 16. 1997).

Schulleitungen verbringen den Großteil ihrer Arbeit außerhalb der Klasse. Ihr Einfluss findet deshalb vermittelt durch andere Personen, Maßnahmen und organisatorische Faktoren wie Lehrer/innen, Unterricht und Schulklima statt. Die Rolle der Schulleitung ist vor allem für die Schaffung förderlicher Bedingungen für Unterricht und Lernen sowie das Setzen und Erreichen ambitionierter Ziele wichtig. Die Schulleitung organisiert die Leistung anderer, indem sie die Motivation, Entfaltungsmöglichkeiten und Arbeitsbedingungen von Lehrpersonen beeinflusst, die wiederum Unterricht gestalten (vgl. Schratz, M./ Hartmann, M./ Schley, W.: Schule wirksam leiten: Analyse innovativer Führung in der Praxis, S.9. Waxmann, München, 2010). Pont, Nusche und Moorman weisen auf die entscheidende Rolle von Schulleitung bei Reformen im Bildungsbereich hin: „It bridges educational policy and practice“ (Pont, B./Nusche, D./Moorman, H.: Improving School Leadership. Vol. 1: Policy and Practice, S. 19. Paris: OECD).

Nur durch professionelles Schulleitungshandeln kann es gelingen, zentrale Reformvorhaben kohärent in die interne Schulentwicklung und den Alltag zu integrieren (Stoll, L. Bolam, R. Collarbone, P.: Leading for Change: building Capacity for Learning. In: Leithwood, K./Hallinger, P. (Hrsg.): Second International Handbook of Educational Leadership and Administration, S. 41-73. Dordrecht, Kluwer Academic Publishers, 2002).

 

MethodeSchulen sind ganz besondere Organisationen. Sie sind zahlenmäßig die größten, aber technisch einfachsten und sozial kompliziertesten Einrichtungen unserer Gesellschaft (vgl. Buhren, Claus G./Rolff, Hans-Günter: Personalmanagement in der Schule. Ein Handbuch für Schulleitung und Kollegium, S. 61. Beltz, Weinheim und Basel, 2009, 2. Auflage). Initiative, Selbständigkeit und Eigenverantwortung sind notwendige Haltungen für Schulleitungen, weil Schule auch aktuelle gesellschaftliche Aufgaben übernimmt, für deren Realisierung persönliches Engagement erforderlich ist. Die einzelne Schule übernimmt Verantwortung für die Gestaltung der institutionellen Kultur, dadurch werden Innovationen ein selbstverständlicher, alltäglicher Vorgang an der Schule und es wird den Schülerinnen und Schülern vor Augen geführt, dass die Institution Schule lernfähig ist (vgl. Altrichter, Herbert/Schratz, Michael (Hrsg.): Studien zur Bildungsforschung und Bildungspolitik, Band 5: Bildung in Österreich. Analysen und Entwicklungsperspektiven, S. 81. Innsbruck, Österreichischer Studienverlag, 1992). Entwicklungen erweisen sich dann als nachhaltig, wenn die Bottom-up- und die Top-down-Prozesse rechtzeitig gestartet werden. Innovationen erfordern eine gezielte Unterstützung der Führungskräfte. Diese ist in Form von spezifischen begleitenden Fortbildungsmaßnahmen möglich (vgl. Kraker, N.: Schulleitung als Drehscheibe bei Innovationen. Wissenstransfer und neue Impulse durch Fortbildung. In: Rauscher, Erwin (Hg.): Unterricht als Dialog. Von der Verbindung der Fächer zur Verbindung der Menschen, S. 354. Baden, 2011). Items werden in geordneter Reihenfolge (den jeweiligen Innovationsbereichen zugeordnet) abgefragt. Das Angebot einer vierteiligen Bewertungsskala soll die Tendenz zur mittleren Bewertung ausschalten.
Erhebungstechniken und Auswahlverfahren

Ein anonymer, standardisierter Fragebogen mit geschlossenen und offenen Fragen wird an alle Volksschulleiter/innen Niederösterreichs (das sind circa 630) ausgeschickt. Es erfolgt eine qualitative und quantitative Auswertung mittels Lime Survey und SPSS (Statistical Package for the Social Sciences) bzw. PASW (Predictive Analysis SoftWare).

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