Beginnjahr 2010 Abschlussjahr 2011

Institutionen

durchführende Institutionen übergeordnete/aktuelle Institutionen

Personen

ProjektleiterInnen
Ländercode Österreich Sprachcode Deutsch
Schlagwörter DeutschEvaluierung, altersheterogene Lerngruppen, Jahrgangsgemischte Klassen
Abstrakt

Die Jahrgangsmischung in Klassen kann aus verschiedenen Motiven erfolgen: (a) Zum einen kann sie aus dem bildungspolitischen Ansatz der wohnortnahe Kleinschulen am Land resultieren. Die Jahrgangsmischung wird dann – nicht selten als eine Notlösung – als eine Mög-lichkeit zur Vermeidung langer Schulwege gesehen (für einen Überblick über die Situation in Österreich siehe Busch & Reinhart, 2004). Die pädagogischen Chancen von Mehrstufenklassen werden dabei bestenfalls marginal beachtet. (b) Zum anderen kann Jahrgangsmischung aus pädagogischen Überlegungen erfolgen (z. B. „Wiener Mehrstufenklassen“). Jahrgangsmischung erfolgt dann als eine gezielte Gestaltung besonders angereicherter Lernumgebungen, beispielsweise aufgrund der reformpädagogischen Konzepte von Maria Montessori und Peter Petersen (Montessori- und Jenaplanschulen) als eine erfolgen. Auf diesem Ansatz basiert das vorliegende Projekt. Die Umsetzung der Jahrgangsmischung wird an der Volksschule Liefering evaluiert.

Ziel des Projekts ist die Beantwortung der folgenden Frage:

Inwieweit können altersheterogene Lerngruppen zur Optimierung der individuellen Förderung und des kooperativen Lernens von SchülerInnen hinsichtlich ihrer Schulleistungen und ihrer sozial-emotionalen Entwicklung beitragen und welche Bedingungen sind erforderlich, damit dies erfolgen kann?

Methode

Die Volksschule Liefering 2 hat im Schuljahr 2005/2006 in 2 Klassen den jahrgangsübergrei-fenden Unterricht eingeführt. Kinder der ersten bis vierten Klassenstufe werden gemeinsam und nach dem Konzept der Inneren Differenzierung im Kontext der Montessori-Pädagogik unterrichtet. Die jahrgangsgemischten Klassen sind Integrationsklassen. Ziel dieses Unterrichts ist u.a. das kooperative Lernen der SchülerInnen.

 Die Evaluation findet unter den folgenden Rahmenbedingungen statt:

-Ausgangspunkt ist die Erstellung eines Stärken-Schwächen-Profil des Unterrichts in Integrationsklassen.

-Es werden die Perspektiven der Lehrpersonen (incl. Schulleitung), der SchülerInnen und der Eltern einbezogen.

-Bei der Perspektive der SchülerInnen werden kognitive (z.B. Lernen, Leistungsentwicklung), sozial-emotionale (z.B. Freundschaftsbildung, Hilfeleistungen) und motivationale Faktoren (z.B. Lernziele, Interessen) berücksichtigt.

-Bei der Perspektive der Lehrpersonen werden die folgenden Bereiche untersucht: Zufriedenheit und Belastungen, Teamarbeit, Unterstützung individueller Lernprozesse der SchülerInnen, Gelingensbedingungen, Lernpotenzial für LehrerInnen.

-Die zu evaluierenden Klassen sind jeweils Integrationsklassen.

-Aus dem Evaluationsbericht leitet die Schule weitere Maßnahmen ab.

Die Evaluation erfolgt im Längsschnitt. Die folgenden Methoden werden trianguliert: Fragebogen, Leistungstest, Beobachtung, Interview, Tagebuch, Lernprozessanalyse.

 

Hauptkategorie(n)Schulen und andere Bildungseinrichtungen
Bildungswesen (Themenfeld)
Lehren und Lernen (Prozesse und Methoden)
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