Beginnjahr 2015 Abschlussjahr

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ProjektleiterInnen
Ländercode Österreich Sprachcode Deutsch
Schlagwörter DeutschSpracherwerb
Abstrakt

Oberösterreich liegt – wie fast ganz Österreich – im bairischen Dialektgebiet. Neben der horizontalen Einteilung in verschiedene Dialekträume wird die vertikale Achse des Sprachraums von den Polen „Standard“ und „Basisdialekt“ begrenzt. Dialektsoziologisch wird für den bairischen Sprachraum das sogenannte Dialekt-Standard-Kontinuum festgestellt, das sich durch einen „Gradualismus zwischen Dialekt und Standardvarietät“ auszeichnet (Ammon 2003, 167), der sprachliche Alltag ist geprägt von fließenden Übergängen zwischen Dialekt und Standard.

Wie kommt nun ein Individuum (in einer bestimmten Situation) zu „seiner“ Sprache, zu "seinen" Varietäten? Insgesamt lässt sich feststellen, dass über den Erwerb der soziolinguistischen und pragmatischen Kompetenzen bei Kindern in Österreich noch wenig bekannt ist:[1]

·       Welche Einstellung haben Kinder im Primarstufenalter zu den Varietäten Dialekt bzw. Standarddeutsch?

·       Über welche Diskriminationskompetenz verfügen Kinder hinsichtlich Dialekt/Standarddeutsch in den Schulstufen 1, 2, 3 und 4?

·       Was wissen die Kinder über die Varietäten der deutschen Sprache und welche Konzepte kommen in den Aussagen zum Ausdruck?

Die Studie setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Im Vorfeld werden durch einen ausführlichen Elternfragebogen die Sprach(en)biographie des Kindes und durch einen LehrerInnenfragebogen das Sprach(en)verhalten in der Klasse erfasst. Die Erhebung mit den SchülerInnen erfolgt in einem zweiten Schritt in Einzelgesprächen. Den Kindern werden eigens erstellte Audioaufnahmen präsentiert. Kindgerechte Fragen zu den Audioaufnahmen dienen der Feststellung einer allfälligen Präferenz der Kinder für eine bestimmte Varietät und der Feststellung ihrer Wahrnehmungskompetenz von unterschiedlichen Varietäten. Ihr Wissen über sprachliche Varietäten können Sie im Rahmen offener Fragen mitteilen.

Die Ergebnisse, die mit den entsprechenden (Teil-)Erkenntnissen des umfassenden Elementarstufen-Projekts von Dr. Kaiser zusammengeführt werden, sollen einen Beitrag leisten zum besseren Verständnis des Erwerbs von Variationskompetenz und von Spracheinstellungen und werden bei weiteren Sprecher/innengruppen weitergeführt.

Das Projekt ist eingebettet in bzw. angeschlossen an das Habilitationsprojekt von Dr. Irmtraud Kaiser, Universität Salzburg (Methodenentwicklung Dr. Kaiser).

[1] Dagegen liegen aus der Schweiz und für den Moselfränkischen Dialekt in Deutschland umfassende Untersuchungen zu Spracherwerb und Variationskompetenz vor, vgl. v.a. Häcki Buhofer/Burger/Studer 1994 und Katerbow 2013.

Erhebungstechniken und Auswahlverfahren

Fragebogen

Matched Guise Test

Diskriminationstest A-B-X-Design

Hauptkategorie(n)Bildungsinhalt (Themenfeld)
Lehren und Lernen (Prozesse und Methoden)
Mit den Themen des Projekts weitersuchen