Beginnjahr 2013 Abschlussjahr

Institutionen

durchführende Institutionen übergeordnete/aktuelle Institutionen

Personen

ProjektleiterInnen
Ländercode Österreich Sprachcode Deutsch
Schlagwörter DeutschAuswahlkriterien, Physiologie, Violinposition
Abstrakt

In den jahrhundertelangen Traditionen der Violinpädagogik und in musikmedizinischen Beiträgen der letzten Jahrzehnte finden sich nur ungenaue und widersprüchliche Empfehlungen zu geeigneten Instrumentenpositionen und Hilfsmitteln wie Kinnhaltern und Schulterstützen. Trotz einer inzwischen grossen Auswahl an ergonomischen Hilfsmitteln für hohe Streicher(innen) fehlen wissenschaftlich fundierte Ansätze zur ergonomischen Optimierung und darauf basierende Empfehlungen für die Instrumentalpädagogik aller Altersstufen fehlen noch immer weitgehend. Physiologisch fundierte Leitlinien für die Auswahl einer individuell geeigneten Instrumentenposition sind angesichts der hohen Beschwerdezahlen bei hohen Streicher(inne)n aller Altersstufen im Bereich der linken oberen Extremität dringend erforderlich.

Erste Versuche zur Erstellung von systematischen Anwendungsempfehlungen für ergonomische Hilfsmittel konnten bisher noch nicht auf objektive Daten zum Zusammenhang zwischen Instrumentenposition, Muskelspannung und Anstrengungsgefühl im linken Arm zurückgreifen. Obwohl Daten zur grossen Individualität biomechanischer Voraussetzungen des linken Arms bei hohen Streicher(inne)n seit Jahrzehnten vorliegen, konnten diese noch nicht mit den Parametern Muskelspannung, Anstrengungsgefühl und den typischsten Instrumentenpositionen in Beziehung gesetzt werden.

Das anwendungsorientierte Forschungsprojekt soll erstmals eine quantitative Analyse von individuellen biomechanischen und muskulär limitierenden oder begünstigenden Faktoren der linken oberen Extremität im Zusammenhang mit den typischsten Instrumentenpositionen bei Geiger(inne)n liefern. Auf dieser Basis sollen physiologische Leitlinien und konkrete pädagogische Entscheidungshilfen für die individuelle ergonomische Optimierung sowie die Prävention von Spiel- und Gesundheitsproblemen erarbeitet werden, wie sie von musikalischen Bildungsinstitutionen aller Altersstufen zunehmend eingefordert wird. Das Projekt kann ein Modell für die Spieler weiterer Instrumentengruppen darstellen. Der prototypische Ansatz kann als Innovation im Bereich der empirischen Musikpädagogik angesehen werden. Dies gilt insbesondere für den Fall, dass es gelingt, den Praxistransfer bis in den Anfängerunterricht hinein zu meistern und in weiteren Studien wissenschaftlich zu begleiten. 

Hauptkategorie(n)Bildungsinhalt (Themenfeld)
Lehren und Lernen (Prozesse und Methoden)
Mit den Themen des Projekts weitersuchen