Beginnjahr 1999 Abschlussjahr

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Ländercode Österreich Sprachcode Deutsch
AbstraktVor dem Hintergrund zunehmender Autonomisierung von Schulen nimmt der Bedarf an qualitätsentwickelnden und -sichernden Maßnahmen zu. Instrumentarien zur objektivierbaren Erfassung von Qualitätsindikatoren werden zunehmend nachgefragt. Für Schulen wird es daher im Zuge ihrer Qualitätsentwicklung immer wichtiger, Wahrnehmungen von "außen" (Eltern) sowie von "innen" (SchülerInnen) nicht dem anlassbezogenen Zufall zu überlassen, sondern sich ein objektives Bild über den IST-Zustand zu machen, das auch wissenschaftlich nachprüfbaren Kriterien genügt und stimmige Grundlagen für weitere Entwicklungsprozesse liefert". "Liegt keine umfassende und gründliche Erhebung des IST-Zustandes einer Schule aus verschiedenen Perpektiven vor, so verzetteln sich Arbeitsgruppen häufig in endlosen und fruchtlosen Diskussionen, da keine verläßliche Basis für Entscheidungen vorliegt" (Riffert).Mit vorliegendem Projekt wurden professionelle Fragebogeninstrumentarien für SchülerInnen und Eltern entwickelt, die aus einem standardisierten sowie einem standortspezifischen Teil bestehen. Der nach verschiedenen Dimensionen gegliederte Standardteil dient nicht zuletzt der Sammlung von Referenzdaten und umfasst derzeit aggregierte Daten von ca. 75 oberösterreichischen Hauptschulen. Der standortspezifische Teil berücksichtigt wichtig erachtete Gegebenheiten bzw. Fragestellungen vor Ort. Die ausgewerteten und kommentierten Ergebnisse werden im Rahmen eines ganztägigen Studientages dem LehrerInnenkollegium präsentiert und bilden - nach Themengruppen geordnet - Grundlagen zur Ingangsetzung oder Förderung schulinterner Entwicklungsprozesse, die im Rahmen eines zeitlich abgesetzten weiteren Halbtages zur Konzeption konkreter Vorhaben und Maßnahmen führen, deren Realisierung nach einer Zeitleiste unter der Gesamtverantwortung der Schulleitung vollzogen wird.
MethodeNeben Linearauszählungen inkludiert das System eine erhebliche Zahl von nach Mittelwert getesteten Vergleichen sowie auf Signifikanz geprüften Korrelaten, die für die LehrerInnenschaft pädagogisch relevante Kausalstrukturen und Zusammenhänge erkennen lassen. Entscheidungen über innovative Veränderungen, die die Qualität des Standortes betreffen, können so im Bewusstsein ihrer standortspezifischen Gewichtung und Wirkung zielgerichtet getroffen werden. Ergänzt werden die geschlossenen Fragen durch offene Systemsegmente, also freie Antworten, die nach qualitativen Gesichtspunkten von den LehrerInnen selbst auszuwerten sind.
ErgebnisseDie bislang vorliegenden aggregierten Daten von etwa 80 oberösterreichischen Hauptschulen basieren auf Befragungen von ca. 13.000 Eltern und SchülerInnen und erlauben die Erstellung eines Referenzsystems unter der (theoretischen) Verwendung von jeweils ca. 200 Items. Der Vergleich zeigt erhebliche Standortunterschiede hinsichtlich der Ausprägungen von qualitätsrelevanten Indikatoren, wobei auffällig ist, dass die regionale Situierung (Zentralraum/Kleinstädte/Land) nur einen untergeordneten Einfluss aufweist. Als weiteres Ergebnis ist die Beobachtung zu werten, dass die datengestützte Bewertung schulischer Maßnahmen der Zielgerichtetheit von Diskussionsprozessen überaus förderlich ist.
Erhebungstechniken und AuswahlverfahrenDas Verfahren versteht sich grundsätzlich als Totalerhebung aller SchülerInnen bzw. Eltern sämtlicher Klassen und Schulstufen eines Standortes. Große Bedeutung kommt dabei dem Anspruch auf Anonymität zu. Während aggregierte Ergebnisse dem Gesamtkollegium zugänglich gemacht werden, sind personbezogene Daten (die nur auf ausdrücklichen Wunsch errechnet werden) ausschließlich für die Betroffenen bestimmt. Pranger- und Rankingeffekte sind dadurch stringent ausgeklammert.
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